So kannst du in 7 Schritten von Blogger zu WordPress umziehen

Mit Googles Dienst Blogger stößt schnell an die Grenzen der Möglichkeiten, wenn man mehr mit dem Blog machen möchte als das bloße Schreiben von Beiträgen.

Da ergibt der Umstieg von einem Blogspot-Blog auf selbst gehostetes WordPress(.org) Sinn, das sich beliebig erweitern (zum Beispiel um einen Online-Shop, Forum, Mitgliederbereich, Verzeichnis uvm.) und anpassen lässt.

Zudem riskiert man bei Blogger möglicherweise auch Abmahnungen, weil Google bis jetzt keinen Vertrag zur Auftragsverarbeitung anbietet (viele andere Datenschutz-Probleme konnten jedoch behoben werden, siehe meine Checkliste zu Blogspot & DSGVO).

In meiner Anleitung erfährst du Schritt für Schritt wie du deinen Blogspot-Blog zu WordPress umziehen kannst, ohne dir die Haare zu zerraufen.

Hinweis: Der Umzug von Blogspot zu WordPress kann ein langwieriger Prozess sein, den man mitunter mehrmals durchlaufen muss. Bitte mach dir keinen Kopf, falls etwas nicht auf Anhieb klappt. Denk bitte unbedingt daran, ab Schritt 4 regelmäßig Backups von deiner WordPress-Installation zu machen, um zur Not zu einem älteren Stand zurückspringen zu können.

1. Eigene Domain und Hosting bestellen

Der erste Schritt zum selbst gehosteten Blog ist immer das Bestellen einer eigenen Domain und Hosting.

Ich empfehle dafür das Hosting-Paket CMS Pro von webgo, das für 4,95 € im Monat alles bietet, was man für den eigenen Blog  braucht:

  • 40 GB Speicherplatz und 512 RAM
  • Schnelle Ladezeiten
  • PHP 7.x und http/2
  • Kostenloses SSL-Zertifikat über Let's Encrypt
  • Einen AV-Vertrag, den man direkt im Kundenbereich abschließen kann
  • Die Möglichkeit, das Logging von IP-Adressen zu deaktivieren

Die ersten 6 Monate der ersten Jahresrechnung sind kostenlos und mit meinem Gutschein-Code blogmojo kannst du noch einmal zusätzlich 10 € sparen.

Hinweis: Wenn du bereits eine eigene Domain hast, solltest du Sie auf deren A-Records auf die IP-Adresse deines neuen Hosting-Pakets umstellen oder diese mit der Bestellung zu webgo umziehen.

2. WordPress installieren

Hast du Domain und Hosting bestellt, geht es nun daran WordPress zu installieren. Dazu sind folgende Schritte notwendig:

  1. SSL-Zertikat mit Let's Encrypt generieren (bei webgo zu finden im Webspace-Admin unter Paket-Verwaltung > SSL > SSL anlegen, dort die Domain auswählen und anschließend auf Anlegen klicken).
  2. WordPress-Dateien in deutscher Sprache als ZIP-Datei herunterladen
  3. Zip-Datei entpacken und mit FileZilla auf deinen FTP-Server übertragen (in das Verzeichnis, das deiner Domain zugeordnet ist)
  4. Datenbank anlegen
  5. wp-config-sample.php in wp-config.php umbenennen und Zugangsdaten zu Datenbank (Datenbankname, Datenbankbenutzer und Passwort) eintragen
  6. Deine Domain aufrufen (https://deinblog.de oder wahlweise https://www.deinblog.de, was ich persönlich schöner finde) und den Installationsanweisungen folgen. Bitte beachte, dass du unbedingt https in der URL mit drin hast!

Einen ausführlichen Guide dazu findest du in meinem Artikel WordPress installieren: Anleitung für Anfänger

3. WordPress richtig konfigurieren

Bevor du den nächsten Schritt gehst und deine Inhalte von Blogspot zu WordPress überträgst, musst du WordPress noch richtig konfigurieren.

Folgendes ist zum Beispiel zu tun:

4. Beiträge in WordPress importieren (mit WordPress Importer)

Wenn du alle bisherigen Schritte abgehakt hast, geht es nun an den Import deiner Inhalte!

Dazu installierst und aktivierst du zunächst das Plugin Blogger Importer Extended.

Dazu gehst du im WordPress-Adminbereich zu Plugins > Installieren und suchst nach blogger importer extended und klickst auf Jetzt installieren und anschließend auf Aktivieren:

Hast du das getan gehst du im WordPress Admin-Bereich auf Werkzeuge > Daten importieren >  Blogger Importer Extended > Importer ausführen und klickst auf der nun erscheinenden Seite auf den Button Ok, let's go!

Jetzt musst du dich zunächst in deinen Google-Account einloggen, um dem Importer Zugriff auf deine Daten zu geben:

Hast du das gemacht, wird dir eine Übersicht über alle Blogs anzeigt, die mit deinem Konto verknüpft sind:

Du wählst anschließend den zu importierenden Blog aus, setzt zwei Häkchen bei Convert formatting und Preserve slugs und klickst auf Start Import.

Jetzt werden nach und nach alle Posts, Seiten, Kommentare und Bilder übertragen:

Ist der Import abgeschlossen, kannst du deine Blogspot-Inhalte in WordPress sehen (zu finden unter Seiten, Beiträge, Kommentare und Medien).

5. Aufräumen

Nach dem Import der Inhalte gibt es jetzt einiges zu tun! Jetzt müssen alle importierten Inhalte überprüft, korrigiert und neu formatiert werden.

5.1 Seiten und Beiträge neu formatieren

Durch den WYSIWYG-Editor in Blogger sind deine in WordPress importierten Seiten und Beiträge gespickt mit unnötigen Formatierungen.

Falls du deine Beiträge in einem anderen Editor, wie z. B. Microsoft Word, vorgeschrieben und dann in den Editor bei Blogger hinein kopiert hast, sind auch noch Word-spezifische Formatierungen enthalten. Erkennbar ist das an CSS-Klassen, die Mso enthalten (um diese sehen zu können musst du in den Text-Editor wechseln).

<p class=MsoNormal>Line 2</p>

All diese Formatierungen müssen gelöscht oder an das neue Design angepasst werden (Schriftgröße, Absätze etc.).

Plugins, die dir beim Anpassen der Formatierung helfen können sind TinyMCE Advanced, welches den visuellen Editor in WordPress um weitere Formatierungsoptionen ergänzt, sowie das Plugin HTML Editor Syntax Highlighter, mit dem HTML-Code im Text-Editor hervorgehoben wird und sich so leichter anpassen lässt.

Einige Formatierungen kann man mit einem Plugin wie Search & Replace global entfernen (vor der Verwendung unbedingt ein Backup anlegen!). Wenn du dich mit WordPress und HTML nicht auskennst, würde ich dir jedoch dazu raten, Artikel für Artikel durchzugehen und die Formatierung manuell anzupassen.

5.2 Kategorien und Schlagwörter

Damit sich deine Besucher besser auf deinem Blog zurecht finden, gilt es nun deine Beiträge in Kategorien einzuordnen und ggf. die importierten Schlagwörter aufzuräumen.

Sowohl Kategorien als auch Schlagwörter findest du in der Seitenleiste als Unterpunkt zu „Beiträge“.

5.3 Menü

Jetzt solltest du noch ein Menü anlegen, in das du deine Kategorien, wichtige Seiten (Über-mich-Seite, Impressum, Datenschutzerklärung, Kooperationen etc.) oder wichtige Beiträge einordnest.

Vergiss nicht, dass Impressum und Datenschutzerklärung mit einem Klick erreichbar sein sollten!

Das kannst du unter Design > Menüs machen. Denk daran bei den Menü-Einstellungen ganz unten die Position des Menüs im Theme festzulegen, sonst wird es nicht angezeigt.

5.4 Bilder

Leider lädt der Importer Bilder nicht in der Größe herunter, wie du sie bei Blogger hochgeladen hast, sondern in der Größe, in der sie im Artikel eingebunden sind.

Mit deinem neuen Design kann es also sein, dass diese zu klein angezeigt werden. Deshalb solltest du auch deine Bilder überprüfen und ggf. neu hochladen.

6. Blogger-Beiträge zu WordPress-Beiträgen umleiten

Wenn dein neuer WordPress-Blog jetzt (zumindest größtenteils) präsentabel aussieht, ist es an der Zeit deinen Blogspot-Blog zu deinem neuen Blog umzuleiten.

Dazu installierst und aktivierst das Plugin Blogger To WordPress Redirection.

Nun gehst du zu Werkzeuge > Blogger To WordPress Redirection und klickst auf Start Configuration.

Anschließend wird dir der Blog angezeigt, von dem du die Beiträge importiert hast und du klickst auf Get Code.

Jetzt wird dir ein Code eingezeigt, den du (komplett!) rauskopieren musst:

Wichtig: Bevor du den angezeigten Code in Blogger importierst, solltest du unbedingt ein Backup von deinem aktuellen Template erstellen. Das machst du in deinem Blogger-Dashboard unter Design > Backup/Wiederherstellung (Button oben rechts) > Design herunterladen.

Den Code kopierst du in dein Blogger-Template unter Design > HTML bearbeiten. Bitte lösch den gesamten Code im Template, bevor du den neuen einfügst.

Jetzt nur noch auf Design speichern klicken und die Weiterleitung ist aktiv!

Hinweis: Die Weiterleitung funktioniert nicht, wenn der Blogspot-Blog auf privat steht. Besucher werden dann nicht zur Website, sondern zum Google-Login weitergeleitet.

7. Weiterleitungen überprüfen

Abschließend solltest du anhand einer Stichprobe von 5 oder 6 Beiträgen überprüfen, ob deine Beitrags-URLs vom alten zum neuen Blog weitergeleitet werden.

Gib dazu einfach eine deiner alten URLs in den Browser ein und guck, ob sie bei dem dazugehörigen Beitrag im neuen WordPress-Blog landen.

Falls nicht, wiederhole Schritt 6.

 

Viel Spaß mit deinem neuen WordPress-Blog!

4 Gedanken zu “So kannst du in 7 Schritten von Blogger zu WordPress umziehen

  1. Hallo Finn,
    werden mit dem Redirect denn auch alle (z.B. bei Pinterest) verlinkten Beiträge richtig weitergeleitet, wenn ich die Permalink-Einstellungen auf „Beitragsname“ stelle. In Blogger ist es ja „Jahr/Monat/Beitragsname“ … Erkennt er das trotzdem?
    Das wäre ja genial! In deinem Beitrag wird das nicht ganz klar.

    Ansonsten haben alle Tests dank deiner großartigen Anleitung schon ganz gut funktioniert. Das wird super! Danke dir!

    Liebe Grüße,
    Petra

    • Mit dem Plugin „Blogger To WordPress“ werden alle URLs weitergeleitet, unabhängig davon, welche Permalink-Struktur du wählst (habe das mit dutzenden URLs und mehreren Websites getestet).

      Das liegt daran, dass in jedem von Blogger zu WordPress importierten Post die alte Blogspot-URL gespeichert und entsprechend vom Plugin zugeordnet der neuen URL zugeordnet wird.

      LG

      Finn

  2. Hallo Finn,
    das ist toll, jetzt einen Plan B zur Not zu kennen, aber so einfach scheint es doch nicht zu sein und für 1400 Posts wirklich mit mächtig viel Arbeit verbunden. Aber Danke, dass Du uns teilhaben lässt an Deinem Wissen! Ein Oldie dankt von Herzen …
    Lieben Gruß von Annelotte

    • Hi Annelotte,

      ja, der Umzug ist nicht mal eben an einem Tag gemacht. Das sage ich ganz offen.

      Ich habe selbst schon viele Websites von Blogger zu WordPress umgezogen. Manche mit hunderten Posts. Eine Website sogar mit über 1000. Und das ist kein Zuckerschlecken. Vor allem, wenn die Formatierung der Posts vermurkst ist.

      Aber ich höre von den wenigsten, dass sie den Umzug bereut haben (auch schon vor der DSGVO).

      LG

      Finn

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