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Blogspot & DSGVO: Checkliste (und ungelöste Fragen!)

[Letztes Update 10.06.2018] DSGVO-Checklisten und Tipps gibt es für WordPress mittlerweile wie Sand am Meer. Aber was ist eigentlich mit Blogspot/Blogger.com? Was muss man tun, um einen Blogspot-Blog DSGVO-konform zu machen?

Mit diesem Artikel möchte ich den Versuch wagen, To-Dos für Blogspot-Blogger zu sammeln. Lösungen für manche Probleme habe ich schon gefunden. Einige Punkte sind jedoch noch ungelöst.

Weitere nützliche Tipps, Listen und Tutorials findest du hier bei Blogmojo in der Kategorie DSGVO & Datenschutz sowie in meiner Facebook-Gruppe DSGVO & Internetrecht mit 10.000+ Mitgliedern!

Diese Liste ist ein Work in Progress und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich werde sie regelmäßig updaten und euch hier auf dem Laufenden halten, wie es um die DSGVO-Konformität bei Blogspot steht.

Mithilfe und Feedback ist herzlich willkommen! Wenn dir noch etwas einfällt, was in der Liste fehlt oder es Neuigkeiten bzgl. genannter Punkt gibt, lass es mich wissen!

Achtung: Dieser Blogbeitrag ist keine Rechtsberatung! Im Rahmen meiner Arbeit als Blogger und WordPress-Dienstleister habe ich mich zwar intensiv mit den geltenden Datenschutzbestimmungen und der DSGVO beschäftigt, ich bin jedoch weder Jurist noch Datenschutz-Experte. Dementsprechend kann ich für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der von mir bereitgestellten Inhalte keine Haftung übernehmen.

Achtung: Rechtliche Unsicherheit bei Weiternutzung von Blogger!

Die DSGVO wird seit dem 25.05.2018 angewendet. Bis dato stellt Google leider immer noch keine Infos darüber bereit, welche personenbezogenen Daten von Blogbesuchern überhaupt gesammelt, wie lange diese gespeichert und wofür diese genau verwendet werden.

Dies ist zum Beispiel problematisch, wenn ein Besucher von seinem Recht auf Auskunft oder Löschung Gebrauch machen möchte. Zudem besteht die Möglichkeit einer Abmahnung durch Verbraucherschutzverbände und ggf. auch Mitbewerber.

Auch ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung (vgl. Art. 28 DSGVO), der über die Verarbeitung personenbezogenen Daten seitens Google aufklären und rechtliche Sicherheit schaffen würde, fehlt bislang.

Ich kann nicht genau einschätzen, wie hoch das rechtliche Risiko tatsächlich ist. Ich persönlich halte es zwar eher für gering (vor allem, wenn du beschriebene Punkte im Artikel umgesetzt hast), aber man weiß nie.

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, solltest du von Blogger zu selbst gehosteten WordPress(.org) wechseln. Wie das genau geht, beschreibe ich ausführlich in meinem Guide So kannst du in 7 Schritten von Blogger zu WordPress umziehen.

1. Auf HTTPS umstellen

Schon seit Mai 2016 hast du die Möglichkeit bei Blogspot deinen eigenen Blog auf HTTPS umzustellen.

Dazu gehst du im Admin-Bereich zu Einstellungen > Grundlegende Einstellungen > HTTPS und stellst die Auswahlbox auf Ja.

Dadurch wird dein Blog automatisch von:

http://<dein-blog>.blogspot.de

zur SSL-verschlüsselten Variante umgeleitet:

https://<dein-blog>.blogspot.de

[Update 28.4.2018] Seit kurzem ist es bei Blogger standardmäßig möglich, auch eine eigene Domain auf HTTPS umzustellen. Der unten beschriebene Umweg über die Beta-Version ist also nicht mehr nötig.

Leider ist dies in der Form noch nicht für Blogspot-Blogs mit einer eigenen Domain möglich.

Es gibt allerdings einen kleinen Trick, mit dem es trotzdem klappt!

Dafür musst du zuerst deine BlogID herausfinden. Dazu gehst du in deinen Admin-Bereich und kopierst die Zahlenfolge am Ende der URL heraus:

https://www.blogger.com/blogger.g?blogID=1235227425511586589

Dann hängst du sie an diesen Link, mit dem du auf die Beta-Version von Blogspot zugreifen kannst:

https://draft.blogger.com/blogger.g?blogID=

Taadaaa, jetzt erscheint die neue Option HTTPS-Verfügbarkeit und du kannst auch deinen Blog auch mit einer eigenen Domain auf HTTPS umstellen.

Anschließend dauert es noch ein Weilchen, bis die Änderungen greifen. Ist der Prozess abgeschlossen musst du noch die HTTPS-Weiterleitung aktivieren, damit Besucher, die die alte URL eingeben auf die neue weitergeleitet werden.

Trouble-Shooting: Dir wird kein grünes Schloss angezeigt? Bitte beachte, dass du alle extern eingebunden Ressourcen, wie z. B. Werbeanzeigen, Publicons, Badges oder Bilder von Bild-Hostern, ebenfalls noch auf HTTPS umstellen musst. So vermeidest sogenannten Mixed Content (also eine Mischung aus unverschlüsselt und verschlüsselt geladenen Inhalten).

2. Externen Code anpassen oder entfernen

Wenn du deinen Blogspot-Blog DSGVO-konform machen willst, solltest du alle Scripte, Plugins und generell selbst zum Blog hinzugefügten Code daraufhin untersuchen, ob personenbezogene Daten gespeichert werden und diesen ggf. entfernen, anpassen oder durch eine datenschutzfreundliche Alternative ersetzen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Social Plugins (z. B. Facebook Like Box, Instagram Widget, Twitter Feed, Pinterest Pinnwand-Widget etc.)
  • Tracking-Code (z. B. Google Analytics, Piwik/Matomo oder Blogfoster)
  • Newsletter-Formulare (z. B. Mailchimp)
  • Werbeanzeigen (z. B. über Google AdSense)

2.1 Inlinkz

Viele Blogger benutzen das Tool Inlinkz für Linkpartys oder Blogparaden. Zur Eintragung eines Links ist es erforderlich, neben Blogname und -URL auch die E-Mail-Adresse an InLinkz zu übermitteln.

Aktuell ist das Tool leider aus mehreren Gründen noch nicht DSGVO-konform:

  1. Es fehlt ein explizites Opt-In für die E-Mail-Adresse
  2. Inlinkz fungiert als Auftragsverarbeiter fungiert, bietet aber noch keinen AV-Vertrag.
  3. Es ist es unklar, wo diese E-Mail-Adressen gespeichert werden und ob sie möglicherweise auch an Dritt-Anbieter weitergegeben werden.
  4. Mit der Einbindung des Inlinkz-Codes werden diverse Cookies gesetzt, über die Nutzer potenziell über mehrere Websites hinaus getrackt werden könnten.

Mittlerweile steht für Inklinz ein AV-Vertrag zur Verfügung, der hier heruntergeladen werden kann. Zudem hat Inlinkz seine Datenschutzerklärung angepasst und einen umfangreichen Blogartikel zur DSGVO veröffentlicht.

2.2 Bloglovin’

Ähnlich wie bei Facebook, Google+ und Twitter verwendet Bloglovin seine Widgets und Button anscheinend auch um Nutzer zu tracken.

Beim Seitenaufruf werden im Hintergrund jede Menge Cookies auf dem Rechner des Nutzers hinterlassen (ohne, dass der Nutzer in irgendeiner Form mit dem Widget bzw. Button interagiert hätte).

Ich empfehle die Ersetzung durch einfache Textlinks oder einem Bild mit Link zu deinem Bloglovin’-Profil.

 

3. Google+

[Update März 2019] Da Google+ nicht mehr existiert, wurden auch alle Integrationen des sozialen Netzwerks (Widgets, +1 Buttons, Kommentare und Profile) bei Blogspot entfernt.

Eine Anpassung ist deshalb nicht mehr erforderlich. Mehr dazu kannst du im offziellen Blogger-Blog nachlesen.

Blogspot ist eng verwoben mit Google+. Man kann über Google+ kommentieren und es werden Teilen-Buttons von Google+ und ggf. auch ein Widget des eigenen Profils auf Google+ angezeigt.

Das solltest du unterbinden, denn durch diese Funktionen wird automatisch eine Verbindung zur API von Google+ hergestellt, über die personenbezogen Daten an Google übermittelt werden (ohne dass deine Nutzer dem vorher zugestimmt haben).

Folgende externe Javascript-Datei wird dabei geladen:

https://apis.google.com/js/plusone.js

Zusätzlich wird ein sogenanntes NID-Cookie auf dem Rechner des Nutzers gespeichert:

NID-Cookie bei Blogger.com

Laut Googles eigenen Angaben wird dieses nicht nur dafür benutzt, um bevorzugte Einstellungen für die Google-Suche zu speichern (wie z. B. Sprache und Google SafeSearch-Filter), sondern auch um Werbung in Google-Produkten wie der Google-Suche individuell anzupassen

Doch du kannst in vier einfachen Schritten unterbinden, dass dein Blogspot-Blog Daten an Google+ sendet:

1. Unter Einstellungen > Posts, Kommentare und geteilte Inhalte Google+-Kommentare ausschaltet und die Verbindung zum eigenen Google+-Profil deaktivieren.

2. Unter Layout > Blogposts > Bearbeiten deaktivieren, dass die Freigabeschaltflächen angezeigt werden.

3. Unter Layout > Navbar > Navbar bearbeiten die Navbar ausschalten.

4. Zu guter Letzt geht du zu Design > HTML bearbeiten und suchst das </body>-Tag. Dieses ersetzt du durch folgende Zeichenfolge: &lt;!--</body>--&gt; &lt;/body&gt;

Wichtig: Bitte leg vor der Änderung im Quellcode unbedingt ein Backup vom Code an (den gesamten Code herauskopieren und in einen einfachen Text-Editor einfügen), damit du deine Änderungen zur Not rückgängig machen kannst.

Jetzt ist dein Blog von Google+ abgekoppelt! Bitte denk daran, mögliche Gadgets von Google+ (siehe Punkt 9) ebenfalls zu entfernen.

4. Google AdSense

Google lädt bei Blogspot ein Script von Google AdSense, auch wenn man den eigenen Blog gar nicht mit AdSense verknüpft hat und keine Anzeigen nutzt:

https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/google_top_exp.j

Dieses kannst du entfernen indem du unter Layout > Navbar > Bearbeiten die Navbar ausschaltest oder wenn du die gesamte Navbar aus dem Quellcode löscht (siehe Schritt 3).

5. Datenschutzerklärung anpassen

Die DSGVO erfordert im Zuge der Informationspflicht diverse Anpassungen der Datenschutzerklärung. Weitere Infos dazu findest du z. B. hier:

Dies gilt selbstverständlich auch für Blogspot-Blogs, solange sie nicht rein privat oder familiär genutzt werden (wo genau die Grenze ist, ist allerdings unklar, also im Zweifelsfall würde ich davon ausgehen, dass ein Blog nicht privat ist).

Es gibt dafür diverse Muster und Generatoren, wie z. B. von:

Denk jedoch daran diese so anzupassen, dass sie auf deinen Anwendungsfall passen und du alle Wege abdeckst, über die personenbezogene Daten auf deinem Blog gesammelt werden.

Achtung: Bitte denk auch daran, dass die Links zu deiner Datenschutzerklärung und deinem Impressum mit einem Klick erreichbar sind und auch nicht durch den für Blogger.com obligatorischen Cookie-Hinweis überdeckt wird (siehe Punkt 7).

6. Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten

Auch als Blogspot-Blogger brauchst du ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (auch Verfahrensverzeichnis genannt), in welchem alle Vorgänge dokumentiert sind im Zuge derer personenbezogene Daten bei dir verarbeitet werden. Dazu kann zum Beispiel zählen:

  • Kommentarfunktion auf deinem Blog
  • Newsletter
  • Google Analytics
  • Affiliate-Programme
  • Webhosting (Google)
  • E-Mail-Kommunikation
  • Veröffentlichung von personenbezogenen Bilder auf deinem Blog
  • Buchhaltungssoftware

Was dieses Verzeichnis genau enthalten muss sowie ein tolles Musterverzeichnis, findest du auf dem Blog von Regina Stoiber.

7. Cookie-Banner

Bei Blogger wird standardmäßig ein Cookie-Banner eingeblendet, dessen Sinn jedoch fraglich ist.

Erstens ist dieses nervig für Leser und trägt sicherlich nicht zu einer besseren Nutzererfahrung bei. Zweitens ist es zweifelhaft, ob der Hinweis wirklich vor Abmahnungen schützt. Denn es handelt sich lediglich um einen informativen Hinweis und kein explizites Opt-In.

Ein Cookie-Hinweis kann sogar zu Abmahnungen führen, wenn dieser Links zu wichtigen Seiten wie Impressum oder Datenschutzerklärung verdeckt.

Wenn das bei dir der Fall ist (teste auch die mobile Version!), kannst du es entfernen, indem du unter Design > HTML bearbeiten folgenden Code direkt nach dem <head>-Tag einfügst:

<script type='text/javascript'>
cookieChoices = {};
</script>

7.1 EU user consent policy

Hinweis: Das hat nichts mit der DSGVO zu tun, ist trotzdem erwähnenswert.

Der Cookie-Hinweis entspricht auch noch nicht den Anforderungen der von Googles neuer EU user consent policy, die zusammen mit der DSGVO am 25.05.2018 in Kraft tritt.

Damit fordert Google statt eines Cookie-Hinweises ein explizites Opt-In, damit Google Cookies setzen und personenbezogene Daten zur Personalisierung von Werbung und anderen Diensten nutzen kann.

Hier ist wieder Google am Zug, seine eigenen Richtlinien auch bei Blogspot umzusetzen.

8. Statistiken (ungelöst)

Über Blogger werden Statistiken über deine Blog-Besucher gesammelt, unter anderem über Seitenaufrufe, Zugriffsquellen (verweisende URLs und Websites) sowie Infos zu deiner Zielgruppe, wie z. B. die Ländern, aus denen deine Besucher kommen, verwendete Browser und Betriebssystem.

Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, ob darüber auch personenbezogene Daten gesammelt werden (wie z. B. IP-Adressen).

9. Gadgets

Auch über Gadgets in Blogspot ist es möglich, dass personenbezogene Daten an Google oder andere Dienste übermittelt werden. Mitunter im Hintergrund und ohne, dass der Nutzer dem zustimmen kann. Im Folgenden findest du die Gadgets, die ich für problematisch halte.

9.1 Follower, Google+ Follower, Google+ Box und +1 Schaltfläche

Die vier Gadgets FollowerGoogle+ Follower, Google+ Box und +1-Schaltfläche sind datenschutzrechtlich problematisch, da über diese ein Script von Google+ geladen wird (das gleiche, das in Punkt 3 erwähnt wird) und ein Tracking-Cookie auf dem Rechner deiner Besucher gespeichert wird.

Deshalb solltest du diese auf jeden Fall entfernen oder durch einfache Links zu deiner Google+-Seite ersetzen.

Das Follower-Gadget lässt sich ebenfalls durch einen Text- oder Bild-Link ersetzen, wie es niwibo in diesem Blogartikel beschreibt.

Dazu suchst du deine blogID raus und hängst sie an folgende URL und verlinktst diese in deiner Sidebar: https://www.blogger.com/follow.g?view=FOLLOW&blogID=

Hinweis: Das Script wird durch die Gadgets selbst dann geladen, wenn du alle Schritte aus Punkt 3 durchgeführt hast!

9.2 HTML/Javscript

An sich unproblematisch. Allerdings musst du schauen, Funktionen, Inhalte oder Code von Drittanbietern, die sich über das Gadget einbinden lassen, ebenfalls DSGVO-konform zu nutzen.

9.3 Linkliste und Blog-Liste

Ich habe jetzt schon einige Anfragen wegen der DSGVO-Konformität der Blogroll bekommen und sehe, dass sich einige Blogspot-Blogger darum Gedanken machen.

Das ist in der Regel aber unbegründet.

Wenn du nur eine einfache Linkliste als Blogroll verwendest, werden keine personenbezogenen Daten erhoben.

Selbst wenn du Linkplätze aus deiner Blogroll verkaufst und diese nicht als Werbung kennzeichnest hat das nichts mit der DSGVO zu tun, sondern verstößt vielmehr gegen Telemediengesetz (TMG) und Rundfunkstaatsvertrag (RStV).

Anders verhält es sich allerdings, wenn du das Gadget Blog-Liste verwendest, durch das der jeweils letzte Post inkl. Bild deiner angegebenen Lieblingsblogs angezeigt wird.

Ich würde (nur vorsichtshalber!) das Vorschaubild deaktivieren für den Fall, dass Beitragsbilder identifizierbare Personen abbilden, was ebenfalls unter personenbezogene Daten fallen könnte.

9.4 Per E-Mail folgen

Es handelt sich dabei um einen Newsletter, der sich meines Erachtens in der Form nicht 100% rechtssicher nutzen lässt.

Zwar bietet die Funktion einen Double-Opt-In, aber es fehlt z. B. ein AV-Vertrag mit Google/Feedburner, Impressum und Link zu Datenschutzerklärung in den E-Mails. Zudem halte ich es für problematisch, dass die E-Mails auf Englisch versendet werden.

9.5 Übersetzen

Solltest du das Gadget von Google Translate in deinen Blog eingebunden haben, solltest du dieses entfernen.

Google Translate setzt mehrere Cookies und übermittelt möglicherweise personenbezogene Daten deiner Nutzer an Google (es wird z. B. durch das Tool Ghostery auch als Tracker erkannt).

10. Kommentarfunktion

Bei der Kommentarfunktion gibt es bei Blogspot gleich mehrere Punkte, die du umsetzen solltest, um diese DSGVO-konform und möglichst datensparsam zu nutzen:

10.1 Checkbox / Datenschutzhinweis

Indem ein Leser auf deinem Blog einen Kommentar hinterlässt, sendet er personenbezogene Daten an dich (und an Google). Das bedarf mit der DSGVO einer Rechtsgrundlage. In diesem Fall die explizite Einwilligung.

Dort stehen wir jedoch bei Blogspot vor einem Problem. Denn Google bietet für die Kommentare keine Checkbox, mit der die explizite Einwilligung erteilt werden könnte, geschweige denn eine Nachweismöglichkeit für die Einwilligung.

[Update 03.05.2018] Eine Checkbox für die Kommentarfunktion und Nutzung der Einwilligung als Rechtsgrundlage könnte möglicherweise unnötig und sogar kontraproduktiv sein, wenn man z. B. dem Podcast von RA Hansen-Oest glauben mag.

Im Zuge der Informationspflicht ergibt es nach wie vor Sinn, unter dem Kommentarfeld einen Hinweis auf die Datenspeicherung einzublenden, wie z. B. (keine Garantie auf Richtigkeit oder Rechtssicherheit!):

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung (Link einfügen) und in der Datenschutzerklärung von Google.

Einbinden kannst du diesen Hinweis im Admin-Bereich unter Einstellungen > Posts, Kommentare und geteilte Inhalte > Kommentarformular-Nachricht.

10.2 Anonyme Kommentare erlauben

Zusätzlich solltest du unter Einstellungen > Posts, Kommentare und geteilte Inhalte > Wer darf Kommentare erstellen? einstellen, dass Jeder (einschließlich anonyme Nutzer) kommentieren können, sodass das Kommentieren auch ohne Angabe von Name, E-Mail-Adresse oder Profil möglich ist.

Wenn nämlich eingestellt ist, dass Registrierte Nutzer oder Nutzer mit Google Konten kommentieren dürfen wird schon vor Abschicken des Kommentars gecheckt, ob der Nutzer mit seinem Google Konto eingeloggt ist, was datenschutzrechtlich bedenklich ist.

Da du eingestellt hast, dass jeder kommentieren darf, solltest du allerdings die Kommentarmoderation auf Immer stellen, um der Veröffentlichung von Spam-, Hass- oder sonstiger unerwünschte Kommentare vorbeugen zu können.

10.3 Sicherheitabfrage deaktivieren

Die Sicherheitsabfrage verwendet Google reCAPTCHA, über das personenbezogene Daten an Google übermittelt werden (wird auch z. B. von der Browser-Extension Ghostery als Tracker erkannt).

Dazu kommt, dass Google im Rahmen seiner EU User Consent Policy ab dem 25.05 für die Nutzung von reCAPTACH ein explizites Opt-In fordert, wofür es bei Blogspot noch keine technische Lösung gibt:

Du erkennst an und verstehst, dass die Funktionsweise der reCAPTCHA API auf der Erfassung von Hardware- und Softwareinformationen wie Geräte- und Anwendungsdaten sowie auf den Ergebnissen von Integritätsprüfungen und der Übermittlung dieser Daten an Google zur Analyse beruht. Gemäß Abschnitt 3(d) der Nutzungsbedingungen für Google APIs erklärst du dich damit einverstanden, dass du bei Verwendung der APIs die Verantwortung dafür übernimmst, die erforderlichen Hinweise oder Einwilligungen zur Erfassung und Freigabe dieser Daten für Google bereitzustellen bzw. einzuholen. Nutzer in der EU: Du und dein(e) API-Client(s) ist (sind) zur Einhaltung der “Richtlinie zur Einwilligung der Nutzer in der EU” (siehe http://www.google.com/about/company/user-consent-policy.html) verpflichtet.

Ausstellen kannst du die Sicherheitsabfrage unter Einstellungen > Posts, Kommentare und geteilte Inhalte > Sicherheitsabfrage anzeigen.

10.4 Was geschieht eigentlich genau mit den Kommentardaten? (ungelöst)

Problematisch bleibt allerdings, dass wir gar nicht wissen, ob neben den eingegebenen Kommentardaten noch andere möglicherweise personenbezogene Daten gespeichert werden (wie z. B. IP-Adressen) und ob diese Daten zum Nutzer-Tracking verwendet werden.

Auskunft und rechtliche Sicherheit darüber würde ein ADV-Vertrag schaffen, der allerdings noch nicht zur Verfügung steht, wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären…

11. ADV-Vertrag mit Google (ungelöst)

Ohne Auftragsdatenverarbeitungsvertrag, kurz ADV-Vertrag, mit Google ist Blogspot nicht DSGVO-konform nutzbar.

Meines Wissens steht bis jetzt ein solcher Vertrag nicht zur Verfügung. Weder in digitaler noch in Schriftform.

Laut Support im Blogger Help Forum arbeitet Google bereits daran, Blogger.com DSGVO-konform zu machen. Wie weit dieser Prozess vorangeschritten ist und ob er noch bis zum 25. Mai 2018 abgeschlossen sein wird (und ob Google überhaupt auf dem Schirm hat, Blogspot-Nutzern einen ADV-Vertrag zur Verfügung zu stellen), ist jedoch unklar.

12. Weiterführende Links

Finn Hillebrandt

Über den Autor

Finn ist Gründer von Blogmojo und seit 2011 als Internet-Unternehmer selbstständig. Er ist WordPress-Fan und absoluter SEO-Nerd, der mindestens 2 Case Studys gleichzeitig am Laufen hat, um zu sehen, was bei Google gerade funktioniert. Er liebt Espresso und Schokolade, die so dunkel ist, dass er sie mit niemandem teilen muss (90% und aufwärts).

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