Wer im Web eine Website aufbaut, kommt um die Frage nicht herum: Welches CMS soll es werden?
Marktanteile sind dabei zwar nicht das einzige Entscheidungskriterium, aber ein verdammt gutes Signal. Sie zeigen, wo die Community sitzt, wo Plugins und Themes entwickelt werden, wo Hosting-Anbieter ihre Infrastruktur optimieren und welche Systeme langfristig überleben.
Ich habe für dich die aktuellen Zahlen aus W3Techs, BuiltWith und weiteren Quellen zusammengetragen und in über 40 Statistiken aufbereitet. Du siehst, welches CMS dominiert, welches wächst und welches im Niedergang ist.
- WordPress dominiert den CMS-Markt klar mit 59,5 % Marktanteil unter allen Websites mit erkennbarem CMS. Kein anderes CMS kommt auch nur in die Nähe.
- Shopify ist mit 7,4 % der größte Aufsteiger der letzten Jahre. Es hat seinen Anteil seit 2018 mehr als verdreifacht.
- Joomla und Drupal verlieren seit Jahren kontinuierlich. Headless-CMS wie Strapi und Contentful wachsen schnell, sind absolut aber noch klein.
CMS-Marktanteile 2026 im Überblick
Diese drei Zahlen erzählen schon die halbe Geschichte. WordPress liegt seit über einem Jahrzehnt unangefochten an der Spitze. Die Top 10 CMS decken zusammen rund 82 % des gesamten CMS-Markts ab. Daneben gibt es noch hunderte kleinere Systeme, von denen die meisten nicht einmal einen Bruchteil eines Prozents erreichen.
CMS-Marktanteile weltweit (Top 9)
WordPress hat einen so dominanten Marktanteil, dass die nächsten neun CMS zusammen nicht einmal an WordPress herankommen. Shopify, Wix und Squarespace sind die drei verbleibenden SaaS-Anbieter mit nennenswertem Anteil. Joomla und Drupal, einst ernsthafte WordPress-Konkurrenten, sind heute fast schon Nischen-CMS.
CMS-Marktanteile im Detail
CMS-Marktanteile im Detail
Spannend ist die zweite Ebene unterhalb von WordPress. Shopify hat WooCommerce als E-Commerce-Plattform fast überholt, Wix und Squarespace bedienen vor allem Selbstständige und kleine Unternehmen, die keinen Bock auf Hosting und Wartung haben. Webflow rückt langsam nach, zielgruppe sind Designer und Agenturen.
Websites mit und ohne CMS
Wenn man WordPress in Relation zu allen Websites im Internet setzt, kommt das CMS auf 41,9 %. Das heißt: Mehr als jede vierte Website weltweit läuft auf WordPress.
Historische Entwicklung 2014 bis 2026
CMS-Marktanteile im Zeitverlauf (in %)
Drei Dinge fallen hier auf:
Erstens: WordPress hat seinen Anteil über die letzten 12 Jahre konstant bei rund 60 % gehalten, mit Spitzenwerten von über 64 % zwischen 2020 und 2022. Aktuell verliert WordPress leicht, vor allem an Shopify und Wix.
Zweitens: Shopify ist der klare Wachstums-Champion. Von 0,6 % im Jahr 2014 auf 7,4 % im Jahr 2026, das ist eine Verzwölffachung in 12 Jahren.
Drittens: Joomla und Drupal sind im freien Fall. Beide hatten 2014 noch Anteile, die heute kaum vorstellbar sind, und sind dann kontinuierlich abgerutscht.
WordPress vs. Shopify vs. Wix im Detail
Die drei größten CMS bedienen unterschiedliche Zielgruppen. WordPress ist das Universalwerkzeug und für nahezu jeden Anwendungsfall einsetzbar, von der Visitenkarten-Site bis zum Enterprise-Portal. Shopify ist die E-Commerce-Plattform für alle, die ohne technisches Vorwissen einen Online-Shop betreiben wollen. Wix richtet sich an Solopreneure und kleine Unternehmen, die eine einfache Website ohne Hosting-Aufwand brauchen.
Trotz unterschiedlicher Zielgruppen kratzen alle drei am gleichen Markt: Menschen, die eine Website wollen, aber keinen Web-Entwickler beauftragen können oder wollen.
Open-Source-CMS vs. SaaS-CMS
Open-Source-CMS vs. SaaS-CMS
Open-Source-CMS (allen voran WordPress) führen den Markt mit gut 63 % an. SaaS-Plattformen kommen zusammen auf 18 %, Tendenz steigend. Der Rest sind proprietäre Custom-Systeme, oft im Enterprise-Bereich.
Was sich gerade ändert: Vor 10 Jahren waren SaaS-CMS kaum existent. Wer eine Website wollte, brauchte Open-Source oder einen teuren Enterprise-Anbieter. Heute kann jeder bei Shopify, Wix oder Squarespace in wenigen Stunden eine professionelle Site aufsetzen, ohne sich um Hosting, Updates oder Sicherheit kümmern zu müssen.
Marktanteile nach Website-Größe
Spannender als der Gesamt-Marktanteil ist oft die Verteilung in den Top-Sites. Hier sieht die Welt nämlich ganz anders aus.
CMS | Alle Sites | Top 1 Mio. | Top 100k | Top 10k |
|---|---|---|---|---|
| WordPress | 41,9 % | 35,8 % | 28,5 % | 21,2 % |
| Shopify | 5,2 % | 5,6 % | 4,0 % | 2,6 % |
| Wix | 4,3 % | 2,0 % | 1,0 % | 0,4 % |
| Drupal | 0,7 % | 1,6 % | 2,5 % | 3,3 % |
| Adobe Experience Manager | 0,1 % | 0,4 % | 1,2 % | 2,2 % |
| Custom / unbekannt | 29,5 % | 39,5 % | 51,5 % | 63,0 % |
WordPress hat im Long-Tail (alle Websites) einen Anteil von rund 42 %, in den Top 10.000 Sites aber nur noch etwa 21 %. Drupal liegt im Long-Tail bei unter 1 %, in den Top 10.000 aber bei über 3 %. Das liegt daran, dass Drupal traditionell stark bei Universitäten, Regierungs- und Enterprise-Sites ist.
Bei den ganz großen Sites (Top 10k) dominieren Custom-Lösungen und proprietäre Enterprise-CMS. Google, Facebook, Amazon und Co. nutzen ihre eigenen Systeme, kein klassisches CMS.
Joomla und Drupal im Niedergang
Joomla und Drupal: Marktanteil im Zeitverlauf
Beide CMS hatten ihren Höhepunkt zwischen 2010 und 2014. Joomla kam damals auf knapp 10 % CMS-Anteil, Drupal auf gut 5 %. Heute sind beide nur noch ein Schatten ihrer selbst. Joomla liegt bei 1,8 %, Drupal bei 1,0 %.
Die Gründe sind ähnlich für beide Systeme: Höhere Lernkurve als WordPress, kleinere Community, weniger Plugins und Themes, kompliziertere Updates. Beide Projekte haben in den letzten Jahren Reformen versucht, konnten den Trend aber nicht umkehren.
Falls dich Joomla im Detail interessiert: Ich arbeite an einem eigenen Statistik-Artikel zu Joomla. Auch CMS im Vergleich ist eine gute Anlaufstelle, wenn du dich gerade entscheidest.
E-Commerce-CMS: Eigener Markt, eigene Regeln
Im E-Commerce gelten andere Regeln. Hier konkurriert WooCommerce (als WordPress-Plugin) mit dedizierten Shop-Systemen wie Shopify, Magento oder im DACH-Raum auch Shopware.
E-Commerce-Plattformen: Marktanteile (in %)
Shopify führt mit 26 % vor WooCommerce (22 %). Beide zusammen kontrollieren fast die Hälfte des globalen E-Commerce-Markts.
Im DACH-Raum sieht es etwas anders aus: Hier ist Shopware ein ernstzunehmender Spieler mit etwa 1,5 % CMS-Anteil (global verschwindend klein, aber im deutschsprachigen Raum stark). Für Details zu E-Commerce-CMS habe ich einen eigenen Vergleich: Online-Shop erstellen.
Headless-CMS: Der neue Trend
Headless-CMS trennen Inhalte vom Frontend. Statt eine fertige Website zu generieren, liefern sie Inhalte per API an beliebige Frontends. Beliebt bei Entwicklern, die mit React, Vue oder Svelte arbeiten und die Inhaltsverwaltung von der Darstellung entkoppeln wollen.
Headless-CMS: Marktanteile (Anteil am Headless-CMS-Markt)
Contentful ist mit rund 36 % der klare Marktführer unter den Headless-CMS, vor allem getragen durch den Enterprise-Bereich (Spotify, Heineken, Bang & Olufsen). Strapi ist der größte Open-Source-Player mit etwa 18 %, gefolgt von Sanity (11 %). Storyblok ist im DACH-Raum besonders beliebt.
Wichtig: Diese Zahlen beziehen sich nur auf den Headless-Markt selbst. Im Gesamt-CMS-Markt sind alle Headless-Systeme zusammen noch unter 3 %. Das Segment wächst aber mit über 20 % pro Jahr und gewinnt vor allem bei großen Marken und Agenturen Anteile.
CMS-Marktanteile in DACH vs. weltweit
CMS | Welt | DACH |
|---|---|---|
| WordPress | 59,5 % | ca. 66 % |
| TYPO3 | 0,4 % | ca. 3 % |
| Joomla | 1,8 % | ca. 2,5 % |
| Shopify | 7,4 % | ca. 4 % |
| Wix | 6,1 % | ca. 3,5 % |
| Shopware | 0,1 % | ca. 1,5 % |
| Squarespace | 3,5 % | ca. 1 % |
Im DACH-Raum ist WordPress sogar noch dominanter als weltweit. In Deutschland kommt das CMS auf rund 66 %, in Österreich und der Schweiz ist die Lage ähnlich.
Eine Besonderheit ist TYPO3. International unter 0,5 %, im DACH-Raum aber bei rund 3 %. TYPO3 hat sich in deutschen Behörden, Universitäten und Mittelständlern festgesetzt und hält dort eine stabile Nische. Shopware ist die zweite DACH-Spezialität, wenn auch im E-Commerce-Markt verankert.
Prognose: Wo geht der CMS-Markt hin?
CMS-Marktanteil-Prognose 2027 bis 2030 (in %)
Meine Einschätzung für die nächsten Jahre:
WordPress wird weiter leicht verlieren, aber im Bereich 50 bis 60 % bleiben. Die Software ist zu etabliert und das Plugin-Ökosystem zu wertvoll, um sie schnell zu verdrängen.
Shopify wird weiter wachsen. Vor allem im Mid-Market und bei E-Commerce-Brands gibt es kaum eine bessere Alternative.
Headless-CMS werden langsam, aber stetig zulegen. Bis 2030 sehe ich sie bei rund 6 bis 7 % Gesamtanteil. Sie werden WordPress nicht ersetzen, aber als zweites System neben WordPress oft ergänzend eingesetzt.
Joomla und Drupal werden vermutlich in einer kleinen, stabilen Nische überleben. Beide Communities sind klein, aber engagiert. Ein Comeback erwarte ich nicht.
Quellen und Methodik
Die Daten in diesem Artikel stammen aus mehreren Quellen, die unterschiedliche Messmethoden verwenden. Das erklärt auch, warum sich manche Zahlen leicht widersprechen.
W3Techs ist die wichtigste Quelle für CMS-Marktanteile weltweit. Sie scannen täglich Millionen Websites und bestimmen das verwendete CMS anhand technischer Signaturen. Daten von W3Techs werden in fast allen Marktanalysen zitiert.
BuiltWith macht ähnliche Daten, fokussiert sich aber stärker auf Top-Sites. Hier sind die Zahlen oft anders, weil Custom-Lösungen in den Top-Rängen häufiger sind.
HTTP Archive Web Almanac bietet jährliche Tiefenanalysen über alle wichtigen Web-Trends.
Jamstack Community Survey und der Stack Overflow Developer Survey sind Hauptquellen für Headless-CMS-Marktanteile und Developer-Präferenzen.
Für DACH-spezifische Zahlen habe ich auf Bitkom, Statista und eigene Beobachtungen aus 14 Jahren Blogging-Erfahrung in Deutschland zurückgegriffen.
Weitere Statistiken zum Thema
Wenn du tiefer in die einzelnen CMS einsteigen willst, schau dir diese Artikel an:
- WordPress-Statistiken 2026: 80+ Zahlen und Fakten zum Marktführer
- Blogger-Statistiken 2026: Wie viele Blogger es weltweit gibt
- SEO-Statistiken 2026: Wie Websites Traffic gewinnen
- GEO-Statistiken 2026: KI-Suche und Generative-Engine-Optimization
- CMS-Vergleich: Welches CMS für welches Projekt?






