Keyword-Recherche: In 4 Schritten perfekte Keywords finden

Du versuchst schon seit Monaten oder sogar Jahren endlich mehr Besucher über Google zu bekommen? Aber es wird einfach nichts?

Dann kann es daran liegen, dass du keine Keyword-Recherche machst, ihr nicht genug Aufmerksamkeit schenkst oder schlichtweg falsch dabei vorgehst. Keyword-Recherche ein wichtiger oder vielleicht sogar der wichtigste Bestandteil von SEO!

In meinem umfassenden Guide erkläre ich dir Schritt-für-Schritt, wie du die besten Keywords für deine Blogartikel finden kannst, warum Keyword-Recherche überhaupt so wichtig ist und wie du wirklich gute Keywords findest.

1. Was ist eigentlich ein Keyword?

Als Keyword bezeichnet man einen Suchbegriff, den man in einer Suchmaschine wie z. B. Google, Pinterest oder Bing in das Suchfeld eingibt (in diesem Artikel geht es jedoch nur um Google!):

Manche Keywords werden bei Google häufig gesucht und manche seltener. Laut Googles eigenen Angaben bestehen 15% aller Suchanfragen übrigens aus Keywords, die noch nie zuvor jemand gesucht hat.

2. Warum ist Keyword-Recherche wichtig?

Ziel der Keyword-Recherche ist es, Keywords zu finden, für die es sich lohnt auf die ersten Plätze in den Suchergebnissen zu kommen. Zudem impliziert sie immer eine Konkurrenz-Analyse der Webseiten, die sich bereits auf den ersten Plätzen für ein Keyword befinden. Dadurch kannst abschätzen, ob du mit deinem Blog überhaupt auf die ersten Plätze kommen kannst und wie viel Aufwand das bedeutet.

Wenn dein Blog tolle Inhalte bietet, gut verlinkt ist und einen hohen Bekanntheitsgrad hat, kannst du zwar auch ohne Keyword-Recherche und -Optimierung viele Besucher von Google bekommen. Aber bei weitem nicht so viele, wie du bekommen könntest.

Ich sehe immer wieder Blogs, die ihren Google-Traffic verdoppeln, verdreifachen oder sogar verzehnfachen könnten, wenn sie sich nur mal für ein paar Tage hinsetzen und ihre besten 20 oder 30 Artikel auf bestimmte Keywords optimieren würden.

Ich verwende Keyword-Recherche auch oft zur Themenfindung für meinen Redaktionsplan, inhaltlichen Strukturierung von Blogartikeln oder generell zur Markt-Recherche. Auch hilft mir Keyword-Recherche auch dabei, abzuschätzen, ob ein Artikel bei meinen Lesern gut angekommen wird oder nicht. Wenn z. B. viele Menschen bei Google nach einem bestimmten Problem suchen, lohnt es sich eher einen Blogartikel darüber zu schreiben als über ein Problem, das niemand googelt.

3. Integration in deinen Workflow

Ich würde dir raten, schon Keyword-Recherche machen, bevor du anfängst den Artikel selbst zu schreiben, um zu schauen, wie du deinen Artikel strukturieren und inhaltlich konzipieren kannst (auch um die Suchintention eines Keywords möglichst gut abzudecken).

Die Keywords selbst füge ich immer ein, nachdem ich einen Artikel geschrieben habe, damit mich das nicht vom Schreiben ablenkt und ich mich darauf konzentrieren kann, gute Inhalte zu schreiben anstatt zu schauen, wie ich schreiben kann, damit ein Keyword am besten reinpasst. Denn letzten Endes schreibst du nicht für den Google-Algorithmus, sondern für deine Leser!

Mit der Veröffentlichung deines Blogartikel es mit der Keyword-Recherche noch nicht getan! Du solltest regelmäßig überprüfen, für welche Keywords deine Blogartikel oder Unterseiten ranken und nachjustieren. Wie du das machst erfährst du in Abschnitt 6.

4. Die wichtigsten Keyword-Daten

Viele Anfänger machen bei der Keyword-Recherche den Fehler, nur auf das Suchvolumen zu schauen. Oder sie verwenden Keywords ohne jegliche Vorprüfung.

Bei der Auswahl eines passenden Keywords gibt es jedoch einiges (mehr) zu beachten. Um wirklich gute Keywords zu finden, solltest für die Keyword-Recherche deshalb immer ein bisschen Zeit einplanen!

Auch können Keyword-Tools verwirrend sein, weil diese sehr viele Daten anzeigen, die nicht unbedingt relevant sind.

Im Folgenden erkläre ich deshalb ausführlich, auf welche Keyword-Daten und -Eigenschaften du wirklich achten solltest und was diese im Einzelnen bedeuten.

4.1 Suchvolumen

Das Suchvolumen (auch abgekürzt SV) ist eins der Hauptkriterien auf der Suche nach einem guten Keyword. Es gibt an, wie viele Suchmaschinen-Nutzer eine Suchanfrage pro Monat bei Google eingeben.

Je höher das Suchvolumen, desto mehr Besucher kommen, die entsprechende Platzierung vorausgesetzt, auf deine Website.

Zur Keyword-Recherche ist es deshalb sehr wichtig, dass du zumindest ein Tool benutzt, das das monatliche Suchvolumen anzeigt, wie z. B. den KWFinder (Spalte 4, orange markiert):

Allerdings darfst du nicht den Fehler machen, das Suchvolumen mit der tatsächlichen Anzahl an Besuchern zu verwechseln, die du über Google bekommen wirst.

Mit wie vielen monatlichen Besuchern genau du bei einer bestimmen Platzierung rechnen kannst, habe ich anhand meiner eigenen Websites einmal ausgewertet und komme auf folgendes Ergebnis:

PositionKlickrateBeispiel (SV = 1.000/Monat)
1 20 – 50% 200 – 500 Besucher
2 15 – 30% 150 – 300 Besucher
3 5 – 15% 50 – 100 Besucher
42,5 – 7,5 %25 – 75 Besucher
5 – 100,5 – 5%5 – 50 Besucher
11 – 20 <0,5%<5 Besucher

Dabei fällt der meiste Traffic auf die ersten 4 Plätze. Auf dem 5-10 Platz musst du schon mit deutlich weniger Traffic rechnen. Bist du auf der zweiten Seite ist es so fast so als würdest du gar nicht dafür ranken.

Nicht umsonst ist dieser Witz in der SEO-Szene so beliebt: Wo kann man am besten eine Leiche verstecken? Auf der zweiten Seite bei Google!

Deshalb ist es bei der Keyword-Recherche sehr wichtig, deine Konkurrenz zu analysieren, um sicherzustellen, dass du auf die vordersten Plätze kommen kannst (siehe Abschnitt 4.3).

Ich schaue, dass ich meine Blogartikel auf Keywords optimiere, die mindestens ein monatliches Suchvolumen von 500 oder mehr haben. Das ist aber nur ein Richtwert, der mir für Sortierungs- und Übersichtlichkeitszwecke dient, und ich empfehle dir, dich nicht darauf zu versteifen.

Es kann sich nämlich auch lohnen, auf Keywords zu optimieren, deren Suchvolumen darunter liegt. Erstens, weil das Suchvolumen nicht alles ist, sondern du auch immer die Konkurrenz und den Wert der Besucher mit einberechnen musst. Zweitens, weil es gut sein kann, dass es viele ähnliche Keywords gibt, für die du ebenfalls mit deinem Blogartikel ranken kannst.

Wie du sicherlich schon aus der Tabelle entnehmen konntest, schwankt die Klickrate für jede Position mitunter stark. Dies kann an verschiedenen Faktoren liegen, z. B. wie sehr dein Meta-Titel und deine Meta-Beschreibung zum Klicken einladen, deine allgemeine Markenbekanntheit oder ob du Rich Snippets verwendest (z. B. Sternchen-Bewertungen oder Rezept-Daten).

Auch wird die Klickrate stark durch Elemente beeinflusst, die Google zusätzlich zu den normalen Suchergebnissen (auch organische Suchergebnisse genannt) anzeigt, wie z. B. Google-AdWords-Anzeigen oder Ergebnisse von Google Shopping.

Auf diese „nicht-organischen Elemente“ in der Suche solltest du auch bei der Keyword-Recherche achten. Mehr dazu erfährst du in Abschnitt 4.4.

4.2 Nutzerintention

Die Nutzerintention eines Keywords zu kennen ist bei der Keyword-Recherche unabdingbar. Erstens, damit du deine Blogartikel nicht auf Keywords optimierst, über die Besucher kommen, die dir nichts bringen (also z. B. nicht deine Produkte kaufen, auf Anzeigen klicken, sich in den Newsletter eintragen oder zu Stammlesern werden) und zweitens, damit deine Inhalt für die Suchmaschinen-Nutzer besser anpassen kannst.

Wenn letzteres nicht der Fall ist, wirst du vielleicht kurz oder mittelfristig auf die ersten Plätze für ein Keyword kommen, aber langfristig nicht dort bleiben, da das Nutzerverhalten ein sehr gewichtiger Ranking-Faktor ist.

Praktischerweise müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Im Rahmen der Search Quality Evaluator Guidelines hat Google selbst Keywords in die drei Kategorien Do, Know, Know-Simple und Website (ehemals Go) unterteilt:

Do

Suchende möchten etwas tun, z. B. etwas herunterladen, etwas kaufen, sich für etwas registrieren, etwas reservieren. Top-Rankings für solche Do-Keywords sind heißbegehrt, denn Suchende haben schon eine (Kauf-)Entscheidung getroffen und befinden sich in den Endphasen des Sales Cycles. Alles, was du tun musst, ist diesen Wunsch zu erfüllen (z. B. durch einen eigenen Online-Shop oder durch Affiliate-Links).

Beispiele: hotel berlin buchen, kinokarten star wars heute, backpacker rucksack kaufen, otto gutschein

Know

Know-Keywords machen 50-80% aller Suchanfragen aus. Nutzer, die solche Keywords eingeben, suchen nach einer bestimmen Information oder Lösung zu einem Problem.

Der Fokus deiner Keyword-Recherche sollte bei solchen Keywords liegen, weil du als Blogger in dem Bereich Suchmaschinen-Nutzern den größten Mehrwert bieten kannst und weil dort die Wahrscheinlichkeit am größten ist, ein passendes Keyword zu finden.

Dementsprechend solltest du dich bei der Suchmaschinenoptimierung auch auf Anleitungen, Ratgeber-Artikel, Testberichte, Erfahrungsberichte, Lexikons- und Wissensartikel oder auch Wissens- und Ideensammlungen konzentrieren, also Inhalte, die sich auf Know-Keywords optimieren lassen.

Dabei gilt: Je komplexer das Problem, desto größer der Mehrwert und desto größer die Chance, auch für dieses Keyword auf die Top-Positionen zu kommen. Stichwort: Nischen- oder Long-Tail-Keywords!

Beispiele: knete selber machen, kind schläft nicht gut ein, schlafzimmer ideen, sehenswürdigkeiten london, staubsauger vergleich, gitarre lernen, iphone 7 plus test

Know-Simple

Know-Simple-Keywords sind eine Unterkategorie von Know-Keywords. Im Gegensatz zu Know-Keywords lassen sich Know-Simple-Keywords sehr schnell beantworten, zum Beispiel durch ein Diagramm, eine Tabelle, einen Satz, ein einziges Wort oder einen Wert. Zudem sind Know-Simple-Keywords nie zweideutig und ergeben nur eine Antwort, sind niemals kontrovers oder sind von Nutzer zu Nutzer verschieden.

Für viele dieser Keywords stellt Google mittlerweile selbst Antworten überhalb der organischen Suchergebnisse bereit, weswegen es sich für dich in der Regel weniger lohnt, deinen Blog darauf zu optimieren:

Beispiele: wie groß ist kanzlerin merkel, wetter in hamburg, öffnungszeiten ikea berlin, wie viele einwohner hat panama

Website

Dabei handelt es sich um Suchanfragen, bei denen Nutzer zu einer bestimmten Website oder Webseite (das heißt eine Unterseite auf einer Website) möchte und dazu den Markennamen, den Domainnamen oder dir ganze URL eingibt.

Als Keywords für deine Blogartikel sind diese fast vollkommen irrelevant. Schließlich möchten Nutzer in der Regel auf eine bestimmte Website und nicht auf deine.

Beispiele: toys r us, google, www.ebay.de, facebook, twitter login, https://www.blogmojo.de

4.3 Konkurrenz

Einer der größten Fehler, den du bei der Keyword-Recherche machen kannst, ist es die Konkurrenz für ein Keyword nicht zu analysieren und vergleichend zu überprüfen, ob du die Webseiten, die sich auf der ersten Seite in den Suchergebnissen befinden, schlagen könntest.

Denn ein Keyword mit passender Nutzerintention und hohem Suchvolumen bringt dir, wie schon weiter oben demonstriert, absolut nichts, wenn du dafür auf der zweiten oder sogar dritten Seite versauerst. Denn dann bekommst du wenig bis gar nichts vom Kuchen ab.

Praktischerweise bietet der KWFinder eine integrierte Konkurrenz-Analyse an, bei der anhand diverser Metriken, wie z. B. DA, PA, MozTrust, MozRank und verschiedener Social-Signals errechnet wird, wie stark die Webseiten auf den ersten Plätzen für ein Keyword sind und wie schwer es ist für dieses Keyword zu ranken (auf einer Skala von 0 – 100):

Der Score ist natürlich nicht immer hundertprozentig akkurat, genauso wie die Metriken aus denen er sich zusammensetzt, aber ein guter Hinweise darauf, ob man von einem Keyword lieber die Finger lassen sollte.

4.4 Nicht-organische Elemente

Je nach Keyword und Nutzer zeigt Google über, unter oder in den normalen Suchergebnissen (auch organische Suchergebnisse genannt) weitere Elemente an, wie z. B.:

  • Text-Anzeigen über Google AdWords (mittlerweile auch mit Bewertungen, Call-to-Action-Buttons, Telefonnummern, Produktvarianten etc.)
  • Hinweise auf dazu passende Apps (bei der Suche mit Smartphone oder Table)
  • Google Maps
  • Google Shopping
  • Google News
  • Google Flights
  • Bilder
  • YouTube-Videos
  • Direct Answers / Google Knowledge Graph (die Suchanfrage wird in einem Kästchen oberhalb der Suchergebnisse direkt von Google beantwortet)
  • Featured Snippets (zeigt Text-Auszüge einer Website, die eine Suchanfrage direkt beantwortet)

Und, egal ob das zum Zweck geschieht, die Nutzererfahrung zu verbessern oder die Werbeeinnahmen von Google zu steigern, ist das in der Regel schlecht für dich, weil diese die Klickrate der organischen Suchergebnisse verringern kann und du weniger Besucher über ein Keyword bekommst als möglich wäre.

Ein extremes Beispiel ist das Keyword kokosöl, bei dem zwei Anzeigen oben, rechts der Google Knowledge Graph, Google-Shopping-Ergebnisse und Schlagzeilen (Google News) auf der ersten Seite angezeigt werden und das erste organische Suchergebnis (grün markiert) vollkommen „einkesseln“. Wahrscheinlich sinkt dadurch die Klickrate für den ersten Platz auf unter 15% und die des zweiten Platzes auf unter 10%:

Deshalb ist es oft besser nach Keywords zu suchen, bei denen die Suchergebnisse möglichst „naturbelassen“ sind.

Dass Google die Suchergebnisse zukleistert, muss aber nicht immer schlecht sein: Im Fall von Google-Adwords-Anzeigen zum Beispiel kann das auch ein Hinweis darauf sein, dass es sich lohnt, auf ein bestimmtes Keyword zu optimieren. Denn, wenn jemand willens ist, Geld dafür zu bezahlen, um in den Suchergebnissen zu erscheinen, müssen die Klicks auch etwas wert sein.

Womit wir beim nächsten Punkt wären: CPC.

4.5 CPC

Der CPC, kurz für Cost-per-Click, ist eigentlich ein Wert, der für Leute interessant ist, die Anzeigen über Google AdWords schalten möchten.

Aber er ist auch für dich interessant. Denn je höher der CPC für ein Keyword, desto mehr Advertiser gibt es, die Anzeigen für dieses Keyword schalten. Und wenn viele Advertiser Anzeigen für ein Keyword schalten, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich auch für dich lohnt.

4.6 Anzahl der Wörter

Die Anzahl der Wörter, die ein Keyword hat, kann ein wichtiger Faktor bei der Recherche sein. Denn je länger ein Keyword ist, desto geringer ist in der Regel die Konkurrenz.

Man unterscheidet bei SEO zwischen Short-Head- (auch Short-Tail-), Mid-Tail- und Long-Tail-Keywords:

BezeichnungLängeBeispielKonkurrenz
Short-Head1 Worthefeteighoch
Mid-Tail2-3 Wörterhefeteig rezeptmittel – hoch
Long-Tail> 3 Wörterhefeteig rezept mit frischer hefeniedrig

Ich sortiere und filtere Keywords deshalb oft nach ihrer Wortlänge und schaue, ob es statt Short-Head-Keywords mit Mid- und Long-Tail-Keywords mit 3 oder mehr Wörtern gibt.

5. Schritt für Schritt die besten Keywords finden

Genug mit der Theorie! Ich zeige dir jetzt Schritt für Schritt, wie du für einen Blogartikel ein gutes Haupt-Keyword und, basierend darauf, passende Neben-Keywords findest.

5.1 Das richtige Tool nutzen

Ich benutze als Haupt-Tool zur Keyword-Recherche den KWFinder. Ohne Registrierung kann man zwei Keywords pro Tag kostenlose analysieren und mit Registrierung fünf. Da das für eine umfassende Recherche bei weitem nicht reicht, habe ich mir die Basic-Version abonniert, die im Jahresabo 149 € kostet.

Natürlich kann man auch kostenlose Keyword-Tools nutzen. Aber dann muss man sich wichtige Daten mühsam zusammenklauben. Denn das langjährige Standard-Tool für die Keyword-Recherche, der Google Keyword-Planner, zeigt schon seit längerem nur noch ungefähre Suchvolumina an. Das gleiche gilt für andere Gratis- oder Freemium-Tools, wie z. B. keywordtool.io oder Ubersuggest.

Das heißt die Suchvolumina (und ggf. andere Eigenschaften) musst du dir anschließend von anderen Tools holen, wie z. B. Searchmetrics, was mir alles zu umständlich ist und ich lieber 12 € im Monat für den KWFinder ausgebe.

5.2 Einen Überblick verschaffen

Sagen wir, ich möchte eine Anleitung darüber schreiben, wie man Hefeteig macht und dafür mehr Besucher über Google bekommen

Dazu suche ich zu allererst nach einem guten Haupt-Keyword (auch Fokus-Keyword genannt), für das ich langfristig bei Google gefunden werden möchte und das sich als roter Faden durch meinen Artikel ziehen wird.

Im ersten Schritt gebe ich einfach mal hefeteig bei Google ein, um mir einen Überblick zu verschaffen und zu schauen, was mir für weitere Suchvorschläge angeboten werden. Dafür ziehe ich zunächst die Autovervollständigung bei Google zu rate.

Danach gucke ich mir die ähnlichen Suchanfragen, die am Ende jeder Suchergebnisseite zu finden sind:

Dabei springen mirgleich drei Keywords ins Auge, die ich mir für später merke und in eine Excel-Tabelle eintrage: hefeteig mit frischer hefe und hefeteig geht nicht auf. Das Keyword hefeteig mit trockenhefe hört sich auch nicht schlecht an, allerdings in meinem Artikel soll es um frische Hefe gehen.

Anschließend gebe ich noch einmal hefeteig beim KWFinder an, um zu schauen, was der mir anbietet:

Aber die meisten Keywords, die mir der KWFinder anbietet, scheinen viel Konkurrenz zu haben (sind stark suchmaschinenoptimiert, es gibt viele Ergebnisse, große und bekannte Online-Portale auf den ersten Plätzen) zu haben oder passen nicht (wie z. B. apfelkuchen hefeteig, hefezopf, mohnkuchen etc.).

Ich filtere noch einmal nach verschiedenen Parametern wie Suchvolumen (über 500) in Kombination mit der Wortanzahl (mindestens 3), aber da ist nichts dabei, was thematisch passt.

5.3 Die Suche verfeinern

Jetzt schaue ich mir noch einmal meine drei Keywords vom Anfang im KWFinder an: hefeteig grundrezept, hefeteig mit frischer hefe und hefeteig geht nicht auf. Die Suchvolumina sehen mit 880, 480 und 1.000 schon einmal nicht so schlecht aus.

Das erste Keyword hatte ich schon zwischendrin gesehen und mal bei Google eingegeben, aber die Konkurrenz ist einfach zu stark.

Bei der Suchanfrage hefeteig mit frischer hefe werden mir auch zu viele große Portale, allesamt mit Rezept-Bildern, angezeigt. Beim dritten Keyword, hefeteig geht nicht auf, werde ich schließlich fündig:

Das Keyword ist ideal, denn:

  • Auf dem ersten und vierten Platz sind Foren-Threads (Hinweis auf eher schwache Konkurrenz)
  • Es finden sich einige kleinere Blogs und Online-Magazine, wie z. B. haushalts-magazin.de oder makeitsweet.de, auf der ersten Seite (Hinweis auf eher schwache Konkurrenz)
  • Zwei Content-Schleudern, helpster.de und paradisi.de, in den Suchergebnissen (Hinweis auf eher schwache Konkurrenz)
  • Die Anzahl der Suchergebnisse ist mit 458.000 verhältnismäßig gering (Hinweis auf eher schwache Konkurrenz)
  • Es finden sich keine Google-Anzeigen oder sonstige ablenkende Google-Elemente auf der Seite (das heißt ich kann auf dem ersten Platz mit einer Klickrate von über 50% rechnen)

Zudem ist die Nutzerintention bei hefeteig geht nicht auf recht klar, das heißt ich kann meinen Artikel gut darauf zuschneiden und Suchmaschinen-Nutzer leicht glücklich machen.

Der Problemlösungs-Twist gefällt mir auch sehr gut, denn beim Backen mit Hefeteig war das Nicht-Aufgehen auch immer eines meiner Hauptprobleme.

5.4 Neben-Keywords finden

Da wir nun mit hefeteig geht nicht auf ein gutes Haupt-Keyword gefunden haben, machen wir uns an die Erstellung von Neben-Keywords, das heißt Suchanfragen, die mit deinem Haupt-Keyword eng verknüpft sind. Dazu gehören z. B. Synonyme, W-Fragen sowie Long-Tail-Keywords.

Das ist sehr wichtig und erhöht die Effektivität deiner Keyword-Recherche um 200 Quadrillionen Prozent (mindestens!), denn…

  • Du rankst auch wahrscheinlicher für diese Neben-Keywords
  • Durch rankst auch besser für das Hauptkeyword, denn du deckst erstens mit deinem Blogartikel verschiedene Nutzerintentionen ab, deckt verschiedene Sprachstile deiner Nutzer ab und drittens kann Google deinen Artikel besser thematisch einordnen
  • Du kannst das Hauptkeyword öfter mal durch ein anderes Keyword ersetzen, wodurch du deine Leser nicht durch Keyword-Stuffing verschreckst

Deshalb ist es übrigens oft wichtig, lange Artikel zu erstellen, denn dadurch kannst du mehr Facetten des Themas beleuchten, mehr Nutzerintentionen abdecken und mehr Neben-Keywords einbinden.

Synonyme

Die Einbindung von Synonymen ist erstens sinnvoll, weil dein Artikel dadurch nicht so langweilig klingt, und zweitens da du ihn dann sprachlich einer größeren Nutzergruppe öffnest. Dadurch, dass du in deinem Artikel z. B. neben Schlagsahne auch die Wörter Schlagrahm oder Schlagobers verwendest, zeigst du Google, dass sich dein Artikel auch an Süddeutsche oder Österreicher wendest.

Synonyme zu hefeteig geht nicht auf wären z. B.:

hefeteig geht nicht
teig geht nicht auf
germteig geht nicht auf

Synonyme lassen sich sehr gut mit dem KWFinder, aber auch einem Thesaurus, wie z. B. OpenThesaurus oder Woxikon finden. Mit letzteren Tools lassen sich vor Synonyme einzelner Wörter finden.

Long-Tail-Keywords

Long-Tail-Keywords kannst du auch mit dem KWFinder finden, aber ich ziehe dafür das Tool Answer The Public vor. Answer The Public sammelt zu jedem Keyword die Autovervollständigen-Vorschläge von Google und bereitet diese grafisch auf:

Eingeteilt sind die Keyword-Vorschläge nach Fragen und Präpositionen. Ganz am Ende werden diese zusätzlich noch einmal alphabetisch aufgelistet.

Folgende Long-Tail-Keywords würden sich z. B. für unseren Artikel eignen:

hefeteig geht nicht auf trotzdem verwenden
hefeteig geht nicht auf wasser zu heiß
hefeteig geht nicht auf zu kalt
hefeteig geht nicht auf wetter
hefeteig geht nicht auf und klebt
hefeteig geht nicht auf wie retten

Natürlich musst du diese Keywords nicht in der exakten Reihenfolge in deinen Blogartikel einbauen. Das würde merkwürdig aussehen. Es reicht in der Regel schon, wenn du das Wort erwähnst oder, besser noch, einen kleinen Absatz oder Abschnitt mit Zwischenüberschrift schreibst, der auf eine der aufgeführten Facetten unseres Hefeteig-Problems eingeht.

W-Fragen

Als W-Fragen bezeichnet man alle Fragen, die mit Adverben eingeleitet werden, die mit dem Buchstaben W anfangen, wie z. B. Wer, Was, Wann, Wo, Warum, Wie, Wozu. Sie stellen eine Unterkategorie von Long-Tail-Keywords dar und lassen sich dementsprechend auch sehr gut mit dem Tool Answer The Public finden.

Durch die Verwendung von Sprachsuche und digitaler Assistenten wie Alexa oder Siri wird die Optimierung auf W-Fragen (oder andere Keywords in Frageform) immer wichtiger.

Dich mit W-Fragen zu beschäftigen, hilft dir auch dabei, bessere Blogartikel zu schreiben, Zwischenüberschriften zu finden und dich mit der Nutzerintention hinter deinem Haupt-Keyword auseinanderzusetzen.

Für unseren Artikel würden folgende W-Fragen kommen:

warum geht hefeteig nicht auf
was tun wenn hefeteig nicht auf geht
welcher hefeteig geht nicht auf

6. Keyword-Analyse nach der Veröffentlichung

Einige Wochen nach der Veröffentlichung würde ich schauen, für welche Keywords dieser mittlerweile rankt und deine Inhalte dahingehend anpassen.

Eine Keyword-Analyse für einen bestimmen Blogartikel lässt sich am besten mit der Suchanalyse-Funktion in der Google Search Console machen. Dort kannst du genau sehen, wie viele Besucher über welches Keyword und bei welcher Position und Klickrate auf deine Website kommen.

Um dir nur die Keywords anzeigen zu lassen, über die du für einen bestimmten Blogartikel oder eine bestimmte Unterseite Klicks bekommst, kannst du die Ergebnisse nach der URL filtern:

Hinweis: Solltest du im Nachhinein den Permalink deines Blogartikels ändern, um ein anderes Keyword in die URL einzubinden, musst du daran denken, eine 301-Weiterleitung vom alten zum neuen Permalink zu erstellen und alle Instanzen des alten Permalinks in deinem Blog zu ersetzen. Sonst musst du unter Umständen mit Ranking-Verlusten rechnen. Generell empfehle ich dir Permalinks eher allgemein zu halten, um sie nicht später ändern zu müssen.

18 Gedanken zu “Keyword-Recherche: In 4 Schritten perfekte Keywords finden

  1. Super hilfreicher Artikel. Vor allem für Inhouse-SEOs sehr gut im Textbriefing nutzbar. Die Tipps der Nebenkeywords und W-Fragen dienen als gute Checkliste, um Texte für Redakteure vorab zu strukturieren.

  2. Ich bin mit Zufall auf den Text gestoßen. Ich betreibe einen Online-Shop und versuche natürlich auch immer Keywords zu finden, für die ich Seiten optimieren kann.
    Der Text hat mir schon viel geholfen, da auch die Seiten für einen Online-Shop ähnlich zu optimieren sind, wie die Seiten für einen Blog-Artikel.

    Vielen Dank für diesen Text, den ich mir auch gespeichert habe.

    • Gern geschehen! Ja, die Optimierung für Produkte in Online-Shops ist in der Tat vergleichbar mit der für Blogartikel. Schwieriger bei Online-Shops finde ich allerdings die Optimierung für Kategorie-Seiten. Links zu bekommen ist da sehr schwierig und Content unterhalb der aufgelisteten Produkte hinzuzufügen sieht irgendwie immer blöd aus…

    • Freut mich, wenn ich helfen kann! Ja, AnswerThePublic ist wirklich ein tolles Tool, das ich sehr gerne nutze! 😉

  3. Hi Finn,
    Wie immer ein sehr nützlicher und vor allem verständlicher Artikel, vielen Dank!! Das Thema Keywords muss ich auch angehen, aber jetzt weiß ich auch wie 🙂
    Vg Simone

    • Hi Simone,

      super freut mich! 😀 Ja, Keyword-Recherche ist das erste und wichtigste, was du meistern sollest.

      Ich empfehle folgende Strategie: Du suchst dir erst einmal Long-Tail-Keywords mir wenig Konkurrenz raus. Macht auch nichts, wenn diese nur ein monatl. Suchvolumen von 100 oder weniger haben.

      Mit der Zeit, wenn dein Blog ein bisschen Fahrt aufgenommen hat (mehr Backlinks, mehr Besucher) und du besser in On-Page-SEO geworden bist, probierst du es mit schweren Keywords.

      SEO ist viel Rumprobieren und Ausprobieren und wenn du am Ball bleibst, kriegst du mit der Zeit den Dreh schon raus!

      LG

      Finn

Schreibe einen Kommentar