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Google-Ranking-Faktoren: 207 Fakten, Mythen und Signale

207 mögliche Google-Ranking-Faktoren, Crawling- und Indexierungssignale. Bewertet, filterbar und mit 568 externen Quellenverweisen.

FHFinn Hillebrandt
100 % von Menschen geschrieben
SEO lernen
Google-Ranking-Faktoren: 207 Fakten, Mythen und Signale
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Google veröffentlicht keine vollständige Liste seiner Ranking-Faktoren. Trotzdem geistern seit Jahren angeblich exakt 200 Faktoren durch die SEO-Welt.

Die Zahl ist keine aktuelle offizielle Angabe. Google spricht heute stattdessen von vielen Faktoren und Signalen, die von verschiedenen Ranking-Systemen verarbeitet werden.

Das macht die Recherche nicht einfacher. Viele Listen vermischen bestätigte Signale mit alten Aussagen, Patenten, Korrelationen und reinen Vermutungen.

Deshalb habe ich jeden Eintrag in dieser Liste eingeordnet.

Du findest hier 207 mögliche Ranking-Faktoren, Crawling- und Indexierungssignale mit 568 externen Quellenverweisen. Du kannst alle Einträge filtern und die Belege direkt aufklappen.

TL;DRDas Wichtigste in Kürze
  • Google veröffentlicht weder eine vollständige Faktorenliste noch feste Gewichtungen. Die bekannte Zahl von 200 Faktoren ist keine aktuelle offizielle Angabe.
  • E-E-A-T ist kein einzelner Ranking-Faktor. Google nutzt verschiedene Signale, die Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauen erkennen helfen sollen.
  • Die Liste trennt 207 mögliche Ranking-, Crawling- und Indexierungssignale nach Wahrscheinlichkeit und belegt sie mit 568 externen Quellenverweisen.

Welche Ranking-Faktoren nennt Google selbst?

Eine feste Top-5-Liste gibt es nicht. Google beschreibt auf der Seite „How Search Works“ jedoch fünf zentrale Bereiche, die bei der Auswahl und Reihenfolge von Ergebnissen eine Rolle spielen.

  1. Bedeutung der Suchanfrage: Google versucht Wörter, Absicht, Aktualitätsbedarf und mögliche Mehrdeutigkeiten der Suchanfrage zu verstehen.
  2. Relevanz des Inhalts: Die Systeme prüfen, wie gut ein Inhalt zur Suchanfrage passt. Dabei geht es nicht nur um identische Keywords, sondern auch um weitere relevante Inhalte und Zusammenhänge.
  3. Qualität und Nützlichkeit: Google versucht hilfreiche, verlässliche Inhalte zu priorisieren. Links oder Erwähnungen durch bekannte Websites können dabei Hinweise auf Vertrauenswürdigkeit liefern.
  4. Nutzerfreundlichkeit: Wenn andere Signale ähnlich stark sind, kann eine besser zugängliche und nutzbare Seite im Vorteil sein. Dazu gehören unter anderem mobile Darstellung und Ladeverhalten.
  5. Kontext: Standort, Sprache, Einstellungen und in begrenztem Umfang Personalisierung können beeinflussen, welche Ergebnisse für eine konkrete Suche passend sind.

Die Gewichtung ist nicht fest. Bei einer aktuellen Nachricht ist die Aktualität wichtiger als bei einer Wörterbuchdefinition. Bei einer lokalen Suche spielt der Standort eine größere Rolle als bei einer allgemeinen Wissensfrage.

E-E-A-T ist kein einzelner Ranking-Faktor

E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Gemeint sind Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit.

Google stellt in seiner Dokumentation zu hilfreichen und verlässlichen Inhalten zwei Punkte ausdrücklich klar.

  • E-E-A-T ist kein einzelner Ranking-Faktor.
  • Vertrauen ist der wichtigste der vier E-E-A-T-Aspekte.

Googles Systeme nutzen stattdessen eine Mischung verschiedener Signale, um Inhalte mit starkem E-E-A-T zu erkennen. Bei sogenannten YMYL-Themen bekommen solche Signale mehr Gewicht. YMYL umfasst Inhalte, die Gesundheit, finanzielle Stabilität, Sicherheit oder das gesellschaftliche Wohlergehen erheblich beeinflussen können.

Die Search Quality Rater Guidelines helfen menschlichen Qualitätsprüfern dabei, Suchergebnisse zu bewerten. Diese Prüfer können das Ranking einer einzelnen Seite nicht verändern. Ihre Bewertungen dienen Google als Rückmeldung dazu, ob Änderungen an den Systemen funktionieren.

Faktoren filtern

207 von 207 angezeigt

Kategorie

Sortierung

Typ

Auswirkung

Wahrscheinlichkeit

Trend

Sonstiges

Domainalter

#1
RankingDomainnichtbinärsehr unwahrscheinlichGleichbleibend

Das bloße Alter einer Domain ist sehr wahrscheinlich kein positiver Ranking-Faktor.

Ältere Domains können trotzdem häufiger gut ranken, weil sie über längere Zeit Inhalte, Links, Bekanntheit und eine stabile technische Historie aufgebaut haben. Das ist kein Beleg für einen Altersbonus.

Ein Google-Patent von 2005 nennt das Registrierungsdatum nur als eine mögliche Methode, um das Entstehungsdatum eines Dokuments zu schätzen. Ein Patent belegt weder den Einsatz noch eine aktuelle Gewichtung. John Mueller erklärte 2019 ausdrücklich, dass das Domainalter beim Ranking nicht hilft.

Keyword im Domainnamen

#2
RankingDomainnichtbinärsehr unwahrscheinlichAbsteigendindirekter Faktor

Ein Keyword im Domainnamen verschafft einer Website keinen verlässlichen pauschalen Ranking-Bonus. Eine Exact-Match-Domain, kurz EMD, rankt nicht automatisch für das enthaltene Keyword.

Ein beschreibender Domainname kann Nutzern das Thema verdeutlichen. Für Google zählen aber weiterhin die Relevanz und Qualität der konkreten Inhalte. Der historische EMD-Filter sollte gerade verhindern, dass minderwertige Seiten allein durch eine passende Domain bevorzugt werden.

Das Keyword im Domainnamen ist auch kein Grund, normale relevante Begriffe im Inhalt zu vermeiden. Problematisch ist Keyword-Stuffing, nicht die bloße Kombination aus beschreibender Domain und natürlichem Text.

Domain-Ablaufdatum

#3
RankingDomainnichtbinärsehr unwahrscheinlichGleichbleibend

Das Ablaufdatum einer Domain ist sehr wahrscheinlich kein praktisch relevanter Ranking-Faktor.

Ein altes Google-Patent nennt eine mehrjährige Registrierung als mögliches Indiz für eine legitime Domain. Das ist lediglich eine beschriebene Möglichkeit und kein Beleg dafür, dass Google das Ablaufdatum heute verwendet.

Registrierungszeiträume hängen von der Registry, dem Registrar, der Top-Level-Domain und den gewählten Vertragsbedingungen ab. Für SEO gibt es keinen belastbaren Grund, eine Domain nur wegen eines vermuteten Ranking-Vorteils mehrere Jahre im Voraus zu verlängern.

Geschichte einer Domain

#4
RankingDomainnichtbinärWahrscheinlichGleichbleibendE-E-A-T

Wenn du mit dem Gedanken spielst, eine Bestands-Domain zu erwerben, solltest du gut aufpassen:

Die Geschichte einer Domain ist wahrscheinlich ein Ranking-Faktor für Google.

Achte beim Domainkauf darauf, dass...

  • die Domain nicht übermäßig viele Spam-Backlinks aufweist
  • Google keine manuelle Maßnahme gegen sie verhängt hat
  • es keine DMCA-Beschwerden zur Domain gibt
  • auf der ehemaligen Website keine illegalen Downloads, Malware, Spam oder zweifelhafte Inhalte wie Glücksspiel, Rassismus oder Gewaltverherrlichung zu finden waren

Geparkte Domain

Bestätigt#5
RankingDomainNegativsehr wahrscheinlichGleichbleibendvon Google bestätigt

Auf eine geparkte Domain (engl. parked domain) bist du mit Sicherheit schon einmal gestoßen.

Hierbei handelt es sich um eine Platzhalter-Website, die keinen nützlichen Inhalt, sondern lediglich eine „Coming soon“- oder „Domain steht zum Verkauf“-Nachricht enthält. Dazu werden oft Werbeanzeigen eingeblendet.

Solche Seiten erfüllen in der Regel keine Suchintention und werden deshalb normalerweise nicht prominent in den Suchergebnissen angezeigt. Googles konkrete Aussage zum Erkennen geparkter Domains stammt aus dem Jahr 2011.

Länderspezifische Top-Level-Domain (ccTLD)

Bestätigt#6
RankingDomainnichtbinärsehr wahrscheinlichGleichbleibendvon Google bestätigt

Eine länderspezifische Top-Level-Domain, kurz ccTLD, ist für Google ein starkes Signal dafür, dass eine Website auf ein bestimmtes Land ausgerichtet ist. Eine .de-Domain signalisiert zum Beispiel eine Ausrichtung auf Deutschland.

Das kann die Relevanz im Zielland erhöhen und die internationale Ausrichtung erschweren. Es ist jedoch kein pauschaler Bonus gegenüber jeder anderslautenden Domain. Google berücksichtigt zusätzlich Sprache, Standort des Suchenden, hreflang, sichtbare Inhalte und weitere Signale.

Für eine Website, die mehrere Länder mit derselben Domain bedienen soll, ist eine generische Top-Level-Domain häufig flexibler. Sie ist aber nicht automatisch die beste Wahl für jedes Projekt.

Nicht öffentliche Domain-Registrierungsdaten

#7
RankingDomainnichtbinärsehr unwahrscheinlichAbsteigend

Nicht öffentliche Registrierungsdaten sind sehr wahrscheinlich kein negativer Ranking-Faktor.

Seit dem 28. Januar 2025 ist RDAP bei generischen Top-Level-Domains die maßgebliche technische Quelle für Registrierungsdaten und ersetzt dort die früheren WHOIS-Dienste weitgehend. Aufgrund von Datenschutzrecht und ICANN-Regeln werden personenbezogene Daten häufig nicht öffentlich ausgegeben.

Ein historisches Google-Patent und eine Aussage von Matt Cutts aus dem Jahr 2006 zeigen lediglich, dass auffällige Registrierungsdaten zusammen mit weiteren Merkmalen zur Spam-Erkennung betrachtet werden könnten. Sie belegen keinen aktuellen Ranking-Nachteil durch Datenschutz oder einen Privacy-Dienst.

Seite deckt relevante Unterthemen ab

#8
RankingSeiteSuchintentionPositivWahrscheinlichAufsteigend

Wenn eine Seite relevante Unterthemen zu einem eingegebenen Keyword abdeckt, ist dies wahrscheinlich ein positiver Ranking-Faktor für Google.

Nicht nur für das Ranking mit einzelnen Abschnitten (Stichwort: Passage Ranking), sondern auch für das Ranking der gesamten Seite.

Clickbait in Meta-Beschreibung oder Titel

#9
RankingSeiteNegativVielleichtAufsteigendindirekter Faktor

Als Clickbait (wörtlich übersetzt Klickköder) bezeichnet man Überschriften, Vorschaubilder oder Teaser-Texte, die Nutzer durch Übertreibung, Auslassung oder Kontroversität zum Klicken bewegen sollen.

Da das schlecht für die Nutzererfahrung ist, könnte Clickbait in der Meta-Beschreibung, im Titel oder anderen Elementen, die als Vorschau in den Suchergebnissen angezeigt werden, ein negativer Ranking-Faktor sein.

Zusätzlich oder alternativ könnte Clickbait dafür sorgen, dass Google selbst eine Beschreibung bzw. einen Titel für das Suchergebnis auswählt.

Seiteninhalt in iframe

#10
IndexierungSeiteNegativ

Verlasse dich bei wichtigen Seiteninhalten nicht darauf, dass Google den Inhalt eines eingebetteten <iframe> der einbettenden Seite zuordnet.

Google kann eingebettete Inhalte unter bestimmten Bedingungen rendern und indexieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Inhalt zuverlässig als Bestandteil der einbettenden URL gewertet wird. Inhalte aus einer externen URL können außerdem als eigene URL indexiert werden.

Ein <iframe> kann zusätzlich die Ladeleistung beeinträchtigen. Wie stark, hängt vom eingebetteten Inhalt, vom Ladezeitpunkt und von der technischen Umsetzung ab.

So habe ich die Quellen bewertet

Eine Quelle kann eine Behauptung stützen, ohne zu beweisen, dass ein Signal heute in jedem Fall aktiv ist. Deshalb behandle ich die folgenden Quellentypen unterschiedlich.

  1. Aktuelle Google-Dokumentation: Sie ist die stärkste Quelle für bestätigte Funktionen, Richtlinien und technische Anforderungen.
  2. Offizielle Aussagen und Veröffentlichungen: Sie sind hilfreich, müssen aber mit Datum und Kontext gelesen werden. Eine Aussage aus einem alten Webmaster-Hangout kann heute überholt sein.
  3. Search Quality Rater Guidelines: Sie beschreiben, wie menschliche Prüfer Qualität bewerten. Sie sind keine direkte Liste der Ranking-Signale.
  4. Patente und Forschungspapiere: Sie zeigen mögliche Verfahren. Ein Patent belegt nicht, dass Google das beschriebene Verfahren eingesetzt hat oder noch einsetzt.
  5. SEO-Studien: Sie können Zusammenhänge sichtbar machen. Eine Korrelation beweist jedoch keine Ursache. Datensatz, Zeitraum, Suchmarkt und Messmethode begrenzen die Aussagekraft.
  6. Tests und Einzelfälle: Sie liefern Hinweise, lassen sich aber selten sauber von Updates, Konkurrenzbewegungen und anderen Änderungen trennen.

Auch interne Dokumente oder bekannte Systemnamen verraten nicht automatisch die aktuelle Gewichtung. Ein gespeichertes Merkmal kann aktiv, experimentell, eingeschränkt oder ungenutzt sein.

Historische Aussagen aus Twitter habe ich nur dann als wörtlichen Kontext stehen gelassen, wenn der ursprüngliche Text dokumentiert war. Nicht mehr öffentlich erreichbare Tweets sind nicht mehr verlinkt und zählen nicht zu den externen Quellenverweisen.

Crawling, Indexierung und Ranking sind drei verschiedene Schritte

Viele angebliche Ranking-Faktoren beeinflussen in Wirklichkeit das Crawling oder die Indexierung. Diese Trennung ist wichtig.

  • Crawling: Google entdeckt URLs und ruft erlaubte Inhalte mit seinen Crawlern ab. Eine Sitemap kann bei der Entdeckung helfen, garantiert aber weder Crawling noch Indexierung.
  • Indexierung: Google verarbeitet Text, Bilder, Videos, Metadaten und weitere Signale. Dabei wählt Google bei ähnlichen URLs eine kanonische Version aus. Nicht jede gecrawlte Seite wird indexiert.
  • Ranking: Für eine konkrete Suchanfrage ordnen Googles Systeme geeignete Ergebnisse. Die Reihenfolge kann sich je nach Suchabsicht, Sprache, Standort, Aktualitätsbedarf und weiteren Signalen unterscheiden.

Eine durch die robots.txt blockierte URL kann trotzdem ohne ihren Inhalt im Index erscheinen, wenn Google sie über Links entdeckt. Wenn eine Seite nicht in der Suche erscheinen soll, ist eine erreichbare noindex-Anweisung oder ein Zugriffsschutz die passende Lösung.

Bestätigt bedeutet nicht gleich wichtig

Google bestätigt einige Signale ausdrücklich. Das sagt jedoch wenig über ihre Stärke in einer konkreten Suche aus.

Ein gutes Beispiel sind die Core Web Vitals. Google nennt LCP, INP und CLS als verwendete Signale. Gute Werte garantieren trotzdem keine Top-Position. Relevantere Inhalte können auch mit einer schwächeren Seitenerfahrung besser ranken.

Deshalb enthält die Liste keine vermeintlich exakten Gewichte. Google veröffentlicht diese Werte nicht und die Gewichtung kann sich je nach Suchanfrage unterscheiden.

Vereinfachter Trend zur Gewichtung verschiedener Google-Signale

So nutzt du die Liste sinnvoll

Ich würde in dieser Reihenfolge vorgehen.

  1. Filtere danach, ob du Crawling, Indexierung oder Ranking untersuchen möchtest.
  2. Beginne mit bestätigten und sehr wahrscheinlichen Signalen.
  3. Öffne die Quellen und prüfe Datum, Kontext und Quellentyp.
  4. Bewerte die Suchintention und die konkurrierenden Ergebnisse, bevor du eine Maßnahme priorisierst.
  5. Miss die Wirkung auf deiner eigenen Website, statt eine allgemeine Korrelation als Garantie zu behandeln.

Die möglichen Einsatzzwecke reichen vom technischen SEO-Audit über die Content-Überarbeitung bis zur Prüfung von Linkprofilen und verbreiteten SEO-Mythen.

Kurzum:

Nutze die Liste als Recherchewerkzeug. Behandle sie nicht wie ein Rezept, bei dem 207 einzeln abgehakte Punkte automatisch zu Platz 1 führen.

Häufig gestellte Fragen

FH

Finn Hillebrandt

SEO-Experte & Blogger

Finn Hillebrandt ist der Gründer von Blogmojo und SEO-Experte mit 15+ Jahren Erfahrung

Er hilft Online-Unternehmern, mehr Kunden über Google zu bekommen und einen besucherstarken Blog aufzubauen.

Finn teilt sein Wissen hier auf dem Blog in 140+ Fachartikeln zu Bloggen, WordPress und SEO sowie über seinen SEO-Kurs „New Level SEO“ mit 300+ Teilnehmern.

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