KWFinder: Die beste Alternative zum Google Keyword Planner?

Dir werden auch keine exakten Suchvolumina im Google Keyword Planner angezeigt und du weißt nicht, welche Tools du sonst benutzen kannst? Dann solltest du dir den KWFinder mal genauer anschauen. Ich nutze das Tool jetzt schon seit mehreren Wochen und kann es wärmstens empfehlen.

Zugegebenermaßen gefällt mir nicht alles am KWFinder, aber er stellt meines Erachtens die momentan beste Alternative zum Google Keyword Planner dar, vor allem für diejenigen, die sich keine Profi-Tools für 100 € oder mehr im Monat leisten können.

Er kostet für 200 tägliche Keyword-Anfragen nur 12 $, also etwas über 10 €, und für 500 tägliche Keyword-Abfragen 25 $ im Monat. Die Basisversion vom KWFinder, bei der 2 Keyword-Abfragen am Tag möglich sind, ist kostenlos.

Andere Tools, wie z. B. Longtail Pro oder keywordtool.io, sind deutlich teurer und bieten zum Teil weniger. Aber genug mit der Lobhudelei. Schauen wir uns den KWFinder mal genauer an!

Keyword-Recherche

Um das Suchvolumen eines Keywords abzufragen und weitere Keyword-Vorschläge zu bekommen, gibt man es einfach in der Suchmaske ein, wählt als Land Germany (DE) aus. Als Sprache sollte man für die Keyword-Recherche in Deutschland nicht German auswählen, sondern Any Language, um fremdsprachige Suchbegriffe, die von deutschen Nutzern eingegeben werden, nicht auszuschließen.

Links auf der Ergebnisseite werden anschließend das gesuchte Keyword sowie Keyword-Vorschläge zusammen mit den Suchvolumina, Trends und anderen Kennzahlen angezeigt. Auf der rechten Seite werden mittels des hauseigenen Tools SERPChecker die Webseiten angezeigt, die sich auf der ersten 9 Plätzen für das Keyword befinden, sowie diversen Metriken zur Konkurrenzanalyse, die ich weiter unten genauer erkläre, und einer vom KWFinder errechneten Skala von 1 bis 100, die anzeigt, wie schwer es ist, für das eingegebene Keyword auf die erste Seite zu kommen:

Dabei zeigt das Keyword-Tool viele brauchbare Alternativen zum eingegebenen Keyword an. Wie man im Screenshot sehen kann, habe ich natürliches hundefutter eingegeben und bekomme sinnvolle Vorschläge wie hundefutter ohne getreide oder bio hundefutter angezeigt. Scrolle ich weiter nach unten, finde ich weitere interessante Keywords wie kaltgepresstes hundefutter, gesundes hundefutter, hypoallergenes hundefutter.

Was mir jedoch nicht am KWFinder gefällt, ist das bei manchen Keywords inakkurate Suchvolumen. Wie beim Keyword Planner werden zum Teil Keywords in Gruppen zusammengefasst, z. B. Singular und Plural eines Keywords.

So wird zum Beispiel das Suchvolumen der Keywords kuh und kühe mit jeweils 33.100 angezeigt. Ein Check mit dem Profi-Tool Searchmetrics, das eine eigene Datenbasis nutzt, ergibt jedoch, dass das Suchvolumen für kuh bei etwa 23.900 und das für kühe bei 7.500 liegt.

Abfragen von Suchvolumina

Möchte man das einfach nur das Suchvolumen von mehreren Keywords abfragen, gibt man das Keywords nicht in die Suchmaske ein, sondern klickt auf den kleinen Link „Import keywords“ darunter. Dann öffnet sich ein Eingabefenster, in welches man Listen mit bis zu 200 Keywords eingeben kann. Alternativ kann man Keyword-Listen auch aus einer Datei mit max. 200 Keywords hochladen.

Deutung und Bedeutung der Metriken

Auf der linken sowie auf der rechten Seite des KWFinders finden sich Metriken (CPC, PPC, DA, PA, etc.), die einem dabei helfen, einzuschätzen, wie viele Besucher man über ein Keyword bekommen könnte und wie stark die Konkurrenz für ein Keyword ist. Im folgenden erkläre ich dir, was diese Metriken bedeuten und wie man sie für die Keyword-Recherche am besten nutzen kann.

Trend

Zeigt an, wie oft wurde nach dem Keyword in den letzten 12 Monaten gesucht wurde (ein Balken ist ein Monat). Dadurch kann man feststellen, ob es für ein Keyword saisonale Schwankungen gibt.

Search (Suchvolumen): Zeigt an, wie oft nach einem Keyword durchschnittlich in einem Monat gesucht wird. Je nach Keyword klicken etwa 30-40% davon auf den ersten Platz, 10-20% auf den zweiten und ca. 10% auf den dritten Platz in den Suchergebnissen. Wie viele Besucher schätzungsweise bei welcher Platzierung über das Keyword kommen, wird auch über die Kennzahl Est. visits auf der rechten Seite angezeigt.

CPC (Cost-per-Click)

Der CPC gibt an, wie viel ein Klick kosten würde, wenn man eine Google AdWords-Anzeige zu diesem Keyword schaltet. Generell ist das nicht relevant für SEO, kann einem aber einen guten Hinweis darauf geben, ob sich mit einem Keyword Geld verdienen lässt oder nicht.

PPC (Pay-per-Click)

Gibt an, wie stark die Konkurrenz für ein Keyword bei Google AdWords ist. Ist ebenfalls nur bedingt relevant für SEO.

DIFF/SEO competition

Gibt auf einer Skala von 0 bis 100 an, wie stark die Konkurrenz für ein Keyword ist. Dazu nimmt der KWFinder den Mittelwert aus dem SEO competitiveness rank (abgekürzt mit Rank in der rechten Tabelle im KWFinder) jeder URL aus den Suchergebnissen. Wie sich der Rank zusammensetzt, erkläre ich weiter unten.

Generell ist der DIFF/SEO competition-Wert ein guter Anhaltspunkt dafür, ob man für ein Keyword leicht oder schwer ranken kann. Allerdings ist er nicht sehr akkurat und muss immer differenziert betrachtet werden.

Erstens werden zur Errechnung des Ranks jeder einzelnen URL nur Off-Page- und keine On-Page-Faktoren in Betracht gezogen. Zweitens kann man durch diesen nicht ablesen, wie schwer es ist, auf einen bestimmten Platz für ein Keyword zu kommen. Er gibt lediglich an, wie stark alle Websites auf der ersten Seite im Mittel sind.

Auch die vom KWFinder Einschätzungen zur Stärke der Konkurrenz (go for it, super easy, easy, not hard, possible, hard, super hard, don't do it) immer relativ zur eigenen Seite zu sehen. So braucht man um für Keywords zu ranken, die laut dem Tool possible sind, in vielen Fällen einen über Jahre gewachsene Website mit einem starken Linkprofil und sehr guter On-Page-Optimierung.

Für Keywords der Kategorien hard, super hard oder don't do it kommt man in der Regel nur auf die ersten Plätze, wenn man ein riesiges Online-Portal wie Chip.de, Bild.de oder Focus ONLINE ist.

DA (Domain Authority)

Gibt an, wie stark das Linkprofil der gesamten Domain ist. Je geringer der Wert, desto schwächer ist die Domain. Websites mit einer DA von unter 20 kann man in der Regel recht leicht schlagen. Wie sich die DA genau berechnet, erfährt man auf der Website von Moz.

PA (Page Authority)

Gibt an, wie stark das Linkprofil der Unterseite ist, die in den Suchergebnissen für das Keyword rankt. Je niedriger der Wert, desto weniger Links hat die Unterseite und desto einfacher kann man sie in den Suchergebnissen überholen. Weitere Infos zur PA findet man hier.

MR (MozRank)

Der MozRank misst auf einer Skala von 1 bis 10 die Linkpopularität, also die Anzahl von Backlinks, die auf eine Seite zeigen. Der MozRank ist vergleichbar mit Googles eigenen PageRank, ist erfahrungsgemäß jedoch etwas ungenauer.

MT (MozTrust)

Der MozTrust ist wie der MozRank ein Kennwert für die Linkpower einer Website. Der Fokus liegt jedoch nicht auf der Anzahl der Links, sondern auf der Qualität der Links. MozTrust gibt an wie viele Links von vertrauenswürdigen Websites, wie z. B. Universitäten, eine Seite hat.

So kann es zum Beispiel sein, dass eine Website einen hohen MozRank hat, aber nur einen geringen MozTrust, was vor allem bei spamlastigen Websites der Fall ist, für welche automatisiert viele Backlinks aus Webkatalogen, Gästebüchern, Social-Bookmarking-Diensten oder anderen Link-Schleudern gesetzt wurden.

Links

Anzahl der Backlinks, die das SEO-Tool Moz für die Unterseite gefunden hat.

FB

Zeigt an, wie oft die URL bei Facebook geteilt wurde.

G+

Zeigt an, wie oft die URL bei Google+ geteilt wurde.

Rank

Der Rank errechnet sich durch das Linkprofil einer URL und der dazugehörigen Domain. Dazu nutzt der KWFinder Metriken von Moz, wie z. B. DA und PA. Er ist ein guter Indikator für die Autorität einer Website und Ihrer Unterseiten.

Ob sich eine Webseite in den Suchergebnissen schlagen lässt, richtet sich jedoch auch nach der Stärke der eigenen Seite und der On-Page-Optimierung. Zudem sind die von Moz ermittelten Daten bezüglich des Link-Profils nicht unbedingt deckungsgleich mit denen von Google selbst, da die Crawler von Moz bei weitem nicht so leistungsstark wie die sind von Google und deutlich weniger Links aufzuspüren vermögen.

Est. visits (Estimated visits)

Zeigt an, wie viele Besucher jeden Monat über dieses Keyword auf die URL kommen.

Fazit zum KWFinder

Der KWFinder ist meiner Meinung nach momentan die beste Alternative zum Google Keyword Planner. Er ist übersichtlich, einfach zu bedienen und zeigt nicht nur Standard-Kennwerte wie Suchvolumen, Trend, CPC und AdWords-Konkurrenz, sondern auch eine Analyse der SERPs an, durch welche man leichter Keywords mit wenig Konkurrenz finden kann.

Er eignet sich im Gegensatz zu anderen Tools auch sehr gut für die deutsche Google-Suche und zeigt einem für die meisten Keywords eine große Anzahl an potenziellen Alternativen an. Das einzige, was an dem Keyword-Tool noch Nachbesserung, ist, dass das Suchvolumen mancher Keywords wie bei Googles Keyword Planner in Gruppen zusammengefasst wird. Wenn man in Betracht zieht, dass das aktuell bei den meisten Keyword-Tools der Fall ist, weil die meisten Tools sich der AdWords API bedienen, lässt sich das aber kaum als Nachteil anrechnen.

Jetzt den KWFinder kostenlos testen!

Vorteile

  • sehr günstig
  • nutzerfreundliches und optisch ansprechendes Design
  • Verwendung auch mit Smartphone oder Tablet möglich
  • einfache Bedienung
  • Suchvolumen-Abfrage von bis zu 200 Keywords
  • Zeigt eine große Anzahl an Keyword Suggestions an
  • SERPChecker zeigt Suchergebnisse inkl. relevanter Metriken zur Konkurrenzanalyse an und errechnet auf einer Skala von 1 bis 100 wie stark die Konkurrenz ist
  • eignet sich im Gegensatz zu anderen Keyword-Tools auch gut für die deutsche Google-Suche

Nachteile

  • Zeigt zum Teil inakkurate Suchvolumina an (manche Keywords werden wie beim Keyword Planner in Gruppen zusammengefasst)
  • Keine Prepaid-Buchungen oder flexiblere Aufteilung von Keyword-Abfragen möglich (anstatt 200 Abfragen am Tag wäre es schöner, wenn man 1400 pro Woche oder 6000 pro Monat hätte)
  • Die Kennzahl SEO competition und die Beurteilung seitens des KWFinders, ob ein Keyword leicht oder schwer ist, ist recht schwammig

5 Gedanken zu “KWFinder: Die beste Alternative zum Google Keyword Planner?

  1. Nutze den KWFinder nun schon einige Monate und bin sehr überzeugt davon. Vor allem die einfache Bedienung ist super!

    Kann ihn nur jedem weiterempfehlen.

  2. Ich habe den KWFinder voller Enthusiasmus verwendet mit einem Keyword „go for it“. Das Resultat war niederschmetternd. Ich bin nicht mal unter die ersten 100 gekommen mit meinem Keyword vom KWFinder, und das, obwohl ich mit anderen Keywords auf Seite 1 von Google bin (keywords, die ich über ein gratis tool fand, das nur für Englisch optimiert ist).
    Nachdem ich gleich ein Jahresabonnement gelöst hatte, war ich schon sehr enttäuscht. Der Support konnte mir auch nicht weiterhelfen mit meinen Fragen.
    Ich rate jedem, die freie Version genügend auszutesten. Mit 2 Suchanfragen kommt man leider nicht weit, aber vor man hier umsonst Geld ausgibt, ist das dringend anzuraten.

    • Hi Ellie,

      die Empfehlungen, die der KWFinder bzgl. der Schwierigkeit eines Keywords abgibt, sind nicht sonderlich akkurat. Sie dienen als erster Anhaltspunkt, mehr aber auch nicht (siehe Absatz „DIFF/SEO competition“ im Testbericht).

      Ich habe vor einiger Zeit mal einen Artikel darüber geschrieben, wie man einfache Keywords erkennen kann. Vielleicht hilft dir der weiter.
      Aber selbst, wenn alle Anzeichen auf „einfachem Keyword“ stehen, kann es trotzdem sein, dass man nicht im Ranking auftaucht oder auf der zweiten Seite vor sich hindümpelt, weil:

      1. Man kein gutes On-Page-SEO gemacht hat oder der Content die Suchanfrage nicht gut genug erfüllt
      2. Man nicht genügend qualitativ hochwertige Backlinks hat
      3. Google langsam ist und mitunter Wochen oder Monate dauern kann, bis man Top-Position erreicht
      4. Rankings auch immer ein bisschen Glückssache sind und man nie hundertprozentig sagen kann, wie gut man ranken wird

      Liebe Grüße

      Finn

  3. Hallo Finn,

    ich habe mir – dank deiner Empfehlung – KWFinder angeschaut und finde ihn garnicht schlecht! Allerdings haben sich die Preise grundsätzlich geändert und das Tool ist wesentlich teurer geworden, als 12 € pro Monat.

    Klar muss jeder selbst wissen, was ihm gute tags wert sind, aber ich werde jetzt vorerst mal die kostenlosen 2 pro Tag nutzen.

    Trotzdem vielen Dank!

    Gibt es noch andere Alternativen zum KWFinder?

    Gruß
    Matthias

    • Hi Matthias,

      ja, der KWFinder ist leider deutlich teurer geworden. Dafür gibt es einen Keyword-Tracker dazu und demnächst auch einen Backlink-Checker, was jedoch nicht unbedingt jeder braucht. Wäre besser, wenn man die Features modular auswählen könnte.

      Eine gleichwertige, aber günstigere Alternative habe ich bis dato leider noch nicht gefunden. Nutze den KWFinder nach wie vor (bezahle aber auch als Bestandskunde noch den alten Preis).

      Viele Grüße

      Finn

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