Dieser Testbericht brauchte dringend ein Update. Die alte Version basierte noch auf Borlabs Cookie 2 und behauptete sogar, das Plugin könne Websites nicht automatisch scannen.
Das stimmt mit Borlabs Cookie 3.4 nicht mehr.
Borlabs hat mir deshalb eine eigene WordPress-Testseite mit Lizenz eingerichtet. Ich habe den vollständigen Assistenten durchlaufen, den Cloud Scanner ausgewertet und die Blockierung von YouTube, SoundCloud, Google Maps und reCAPTCHA im Frontend geprüft.
Mein Praxistest lief mit der Hauptversion 3.4. Die aktuell veröffentlichte Version ist 3.4.2 vom 11. Juni 2026.
Und ja, Version 3.4 ist ein ziemlich großer Sprung.
- Der neue 13-stufige Assistent nimmt Einsteigern einen großen Teil der Ersteinrichtung ab.
- Der Cloud Scanner fand in meinem Test Cookies und externe Ressourcen und installierte elf passende Pakete.
- Borlabs Cookie blockierte eingebettete Inhalte zuverlässig und lud YouTube erst nach gezielter Einwilligung.
Was ist Borlabs Cookie?
Borlabs Cookie ist ein Consent-Management-Plugin für WordPress. Es zeigt einen Einwilligungsdialog an und verhindert, dass zustimmungspflichtige Dienste vor der Auswahl des Besuchers geladen werden.
Dafür kombiniert das Plugin mehrere Werkzeuge:
- Consent-Dialog mit Service-Gruppen und einzelnen Services
- Content-Blocker für eingebettete Medien und Formulare
- Script- und Style-Blocker
- Cloud Scanner für Setup und spätere Audits
- Bibliothek mit mehr als 250 Paketen
- Einwilligungs-Logs und Statistiken
- Google Consent Mode v2 und IAB TCF 2.3
- Geo-Restriktion und automatische Übersetzungen
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Software und Rechtsberatung. Borlabs Cookie kann technisch sauber blockieren. Es entscheidet aber nicht für dich, welche rechtliche Grundlage in deinem individuellen Fall gilt.
So habe ich Borlabs Cookie 3.4 getestet
Der Anbieter stellte mir eine mehrsprachige WordPress-Testseite zur Verfügung. Darauf waren unter anderem Elementor, Polylang, Google Site Kit, WPForms sowie Einbettungen von YouTube, SoundCloud und Google Maps aktiv.
Mein Test bestand aus fünf Teilen:
- Lizenz aktivieren und geführtes Setup vollständig durchlaufen
- automatisch erkannte Seiten, Sprachen und Dienste kontrollieren
- Setup-Scan und nachgelagerten Audit-Scan auswerten
- installierte Pakete, Services und Blocker im Backend prüfen
- Einwilligungsdialog und Freischaltung im Frontend testen
Einrichtung mit dem neuen Assistenten
Version 3.4 führt dich in 13 Schritten durch die wichtigsten Entscheidungen. Das ist wesentlich verständlicher als die frühere Einrichtung von Version 2.
Der Assistent fragt beziehungsweise erklärt unter anderem:
- Grundkonzept, Bedienelemente und Debug-Konsole
- Dialoglayout und Farben
- Logo und Sprachumschalter
- Datenschutz- und Impressumsseiten
- vereinfachte oder vollständige Einstellungsansicht
- drei Varianten für das WordPress-Seitenleistenmenü
Beim Dialog stehen vier Layouts zur Wahl. „Box Kompakt“ ist vorausgewählt. Daneben gibt es „Box Advanced“, „Box Plus“ und „Bar Advanced“.
Besonders hilfreich finde ich den Farbassistenten. Drei Grundfarben reichen aus, um den gesamten Dialog an das eigene Design anzupassen. Wer mehr Kontrolle möchte, findet laut Hersteller über 150 Design-Einstellungen.
Für meinen Test habe ich die vollständige Einstellungsansicht und das erweiterte Menü aktiviert. Das ändert nur die sichtbaren Optionen, nicht die gespeicherten Werte.

In meinem Test wurden alle neun Abschlussaufgaben erfolgreich erledigt. Dazu gehörten die Seitenerkennung, der Cloud Scan, die Paketidentifikation, die Installation und die Registrierung eines Audit-Scans.
Mehrsprachigkeit im Praxistest
Die Testseite nutzte Polylang mit Deutsch, Englisch und Französisch. Borlabs Cookie erkannte alle drei Sprachversionen sowie die jeweiligen URLs.
Auch die rechtlichen Seiten wurden korrekt zugeordnet. Für jede Sprache standen die passende Datenschutzseite und das passende Impressum im Assistenten.
Der Cloud Scanner im echten Test
Borlabs Cookie bietet zwei Scan-Arten. Der Setup-Scan erkennt Cookies und externe Ressourcen und empfiehlt passende Pakete. Der Audit-Scan sucht anschließend nach Verbindungen, die trotz fehlender Einwilligung geladen werden könnten.
Auf meiner Testinstallation scannte Borlabs sechs Seiten. Alle sechs wurden ohne Fehler verarbeitet.

Der Scanner fand unter anderem:
- Google-Analytics-Cookies mit 400 Tagen Lebensdauer
- mehrere YouTube-Cookies
- Google Fonts und Google Maps
- Google Site Kit und den Google Tag Manager
- SoundCloud, Gravatar und weitere externe Hosts
Für bekannte Treffer wurden direkt passende Pakete vorgeschlagen. Bei einigen einzelnen Hosts blieb die Empfehlung leer. Der Bericht zeigt also nicht nur ein beruhigendes grünes Häkchen, sondern auch Rohdaten, die du selbst bewerten musst.
Elf automatisch installierte Pakete
Der Setup-Scan installierte elf Pakete aus der Borlabs-Bibliothek. Darunter waren Content-Blocker, Script-Blocker, ein Style-Blocker und Kompatibilitäts-Patches.
- Google Maps, SoundCloud und YouTube als Content-Blocker
- Google Site Kit und WP Emojis als Script-Blocker
- Google Fonts als Style-Blocker
- Elementor, Essential Addons, Gravatar und WPForms als Patches
- Polylang als Service-Paket
Genau hier liegt für mich die größte Verbesserung gegenüber Version 2. Früher musste man viele Einträge und Skripte manuell zusammensuchen. Heute liefert der Scanner einen belastbaren Ausgangspunkt.
Consent-Dialog und Content-Blocker
Der fertige Dialog zeigt in meinem Test vier Ansichten. Besucher können Service-Gruppen, einzelne Services, Provider und ihre Einwilligung-Historie prüfen.
Die drei vorhandenen Gruppen waren „Essenziell“, „Statistik“ und „Externe Medien“. Essenzielle Services sind fest aktiviert. Für alle anderen Gruppen lässt sich die Einwilligung einzeln erteilen.

Im Frontend blieben YouTube, SoundCloud, Google Maps und reCAPTCHA zunächst blockiert. Statt der externen Inhalte erschien jeweils ein Platzhalter mit drei Optionen.
Ich habe zuerst nur essenzielle Cookies akzeptiert und danach ausschließlich den erforderlichen YouTube-Service freigegeben. Das Video wurde sofort geladen. SoundCloud, Google Maps und reCAPTCHA blieben weiterhin blockiert.
Das ist genau die Granularität, die ich von einem guten Content-Blocker erwarte.
Debug-Konsole nur für Administratoren
Während des Tests blendete Borlabs Cookie eine Debug-Konsole ein. Sie prüfte unter anderem die Konfiguration, Cookie-Domain, REST-Schnittstelle, Script-Blocker und Services.
Die Konsole ist nur für eingeloggte Administratoren sichtbar. Für die Fehlersuche ist sie hilfreich. Auf einer fertigen Website würde ich sie nach dem Test deaktivieren, damit sie nicht ständig Platz am unteren Bildschirmrand beansprucht.
Preise und Lizenzen
Borlabs bietet sechs Lizenzgrößen an:
- Personal für eine Website für 49 €
- Business Small für drei Websites für 79 €
- Business Medium für fünf Websites für 109 €
- Business Large für zehn Websites für 179 €
- Agency Small für 25 Websites für 229 €
- Agency für 99 Websites für 499 €
Alle Preise gelten zuzüglich Umsatzsteuer. Enthalten sind jeweils ein Jahr Borlabs Service, Updates und Support.
Borlabs weist ausdrücklich darauf hin, dass wichtige Cloud-Funktionen einen aktiven Borlabs-Service-Zugang benötigen. Dazu zählen Scanner, Bibliothek, Geo-Restriktion, IAB TCF und automatische Übersetzungen.
Die aktuellen Konditionen findest du auf der offiziellen Produktseite.
Vorteile und Nachteile nach meinem Test
Vorteile
- sehr viel einfachere Ersteinrichtung als in Version 2
- echter Setup- und Audit-Scanner
- große Bibliothek mit automatisch installierbaren Paketen
- zuverlässige Blockierung einzelner externer Inhalte
- granulare Auswahl nach Gruppen, Services und Providern
- gute Unterstützung mehrsprachiger Websites
- vereinfachter und vollständiger Einstellungsmodus
- ausführlicher System-Status und Administrator-Debugging
- viele Layout- und Designoptionen
Nachteile
- keine kostenlose Version
- wichtige Cloud-Funktionen benötigen eine aktive Lizenz
- Scan-Ergebnisse müssen weiterhin fachlich geprüft werden
- vollständiger Modus kann Einsteiger mit Optionen überfordern
- das Plugin ersetzt keine rechtliche Prüfung der Konfiguration
Mein Fazit zu Borlabs Cookie 3.4
Borlabs Cookie 3.4 ist nicht einfach nur eine frischere Oberfläche. Scanner, Bibliothek und Assistent verändern die Einrichtung grundlegend.
In meinem Test erkannte das Plugin die mehrsprachige Seitenstruktur, fand relevante Cookies und externe Ressourcen, installierte elf passende Pakete und blockierte die getesteten Einbettungen zuverlässig.
Ganz ohne Nacharbeit geht es trotzdem nicht.
Du musst die vorgeschlagenen Services kontrollieren, Texte anpassen und den Audit-Bericht ernst nehmen. Wer das tut, bekommt eine sehr umfassende und inzwischen erstaunlich zugängliche Consent-Lösung für WordPress.
Wenn du Alternativen vergleichen möchtest, findest du sie in meinem Vergleich der Cookie-Consent-Tools.






