Mein alter Testbericht zu Real Cookie Banner war nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Preise, Systemanforderungen und sogar die Angaben zur kostenlosen Version hatten sich geändert.
Also habe ich das Plugin noch einmal komplett neu getestet.
Dafür habe ich Real Cookie Banner 5.2.28 auf einer echten WordPress-Testseite installiert. Ich habe den Einrichtungsassistenten durchlaufen, die Website gescannt, einen Dienst angelegt, einen Content-Blocker erstellt und das Verhalten im Frontend geprüft.
Und ja:
Der Test war deutlich aufschlussreicher als ein Rundgang durch die Einstellungen.
- Der geführte Assistent macht die umfangreiche Einrichtung auch für Einsteiger gut beherrschbar.
- Der Service-Scanner fand auf meiner frischen Testseite drei konkrete Dienste, ist aber ausdrücklich kein vollständiger Cookie-Scanner.
- Der Gravatar-Content-Blocker funktionierte im Praxistest korrekt und lud den Inhalt erst nach gezielter Einwilligung.
Was ist Real Cookie Banner?
Real Cookie Banner ist ein Consent-Management-Plugin für WordPress. Es zeigt einen Einwilligungsdialog an und kann zustimmungspflichtige Scripts, externe Inhalte und andere Dienste bis zur Auswahl des Besuchers blockieren.
Dafür bringt das Plugin mehrere Werkzeuge zusammen:
- Einrichtungsassistent mit zwölf Aufgaben
- Service-Scanner mit konkreten Empfehlungen
- mehr als 160 Service-Vorlagen
- mehr als 130 Content-Blocker-Vorlagen
- Content-Blocker mit visueller Vorschau
- mehr als 20 Designvorlagen und über 200 Einstellungen
- Einwilligungshistorie und Pro-Statistiken
- Unterstützung für 19 Sprachen
Der Anbieter devowl.io sitzt in Deutschland. Die Einwilligungen werden laut Anbieter lokal in WordPress gespeichert und nicht an einen externen Consent-Dienst ausgelagert.
So habe ich Real Cookie Banner 5.2 getestet
Meine Testumgebung bestand aus:
- einer echten, öffentlich erreichbaren WordPress-Testseite
- WordPress 7.0.1
- Real Cookie Banner Free 5.2.28
- dem Block-Theme Twenty Twenty-Five
- einer frischen Installation ohne vorbereitete Dienste
Ich habe bewusst nicht nur Screenshots aus dem Backend gesammelt. Nach der Einrichtung habe ich das Banner im Frontend abgelehnt und den Gravatar-Blocker anschließend separat freigegeben.
Die Einrichtung mit zwölf Aufgaben
Nach der Aktivierung öffnet Real Cookie Banner keine starre Konfigurationsseite, sondern eine Checkliste. Sie führt von der Lizenz und den Betreiberangaben bis zum fertigen Banner.

Die zwölf Schritte decken unter anderem diese Punkte ab:
- Lizenz und Grundeinstellungen
- Datenschutzerklärung und Betreiberangaben
- Service-Scanner und Dienste
- Design und mobile Darstellung
- Content-Blocker
- Aktivierung und rechtliche Links
- Statistiken in der Pro-Version
Das ist eine der großen Stärken des Plugins. Trotz des beträchtlichen Funktionsumfangs wusste ich jederzeit, was als Nächstes zu tun war.
Meine Testinstallation lief auf Englisch, weil die Sprache des WordPress-Backends auf Englisch eingestellt war. Das ist keine Einschränkung des Plugins. Real Cookie Banner selbst ist auch auf Deutsch verfügbar.
Ein kleiner Haken bei der kostenlosen Version
Die kostenlose Version lässt sich zunächst ohne Lizenz starten. Für den Service-Scanner, die Vorlagendaten aus der Service Cloud und automatische Updates verlangt das Plugin aber eine kostenlose Lizenzaktivierung.
Dafür musste ich der Übertragung technischer Installationsdaten an devowl.io zustimmen. Telemetrie, Newsletter und ein sichtbarer Hinweis auf Real Cookie Banner blieben freiwillig und ließen sich abwählen.
Das ist sauber erklärt. Ganz ohne externe Kommunikation lässt sich der volle Komfort der kostenlosen Version trotzdem nicht nutzen.
Der Service-Scanner im echten Test
Der Scanner untersuchte die Seiten aus der Sitemap, installierte Plugins, externe Ressourcen im HTML und besondere WordPress-Systeme. Auf meiner frischen Testseite fand er drei konkrete Empfehlungen:
- Gravatar
- WordPress Comments
- WordPress Emojis

Die Ergebnisse waren plausibel. Vor allem gefiel mir, dass das Plugin keine falsche Vollständigkeit verspricht.
Der Scanner weist selbst darauf hin, dass er kein Cookie-Scanner ist. Unbekannte Plugins, erst nachträglich per JavaScript geladene Dienste oder Sonderfälle können unentdeckt bleiben.
Wie gut sind die Service-Vorlagen?
Ich habe die Gravatar-Empfehlung übernommen. Die Vorlage enthielt bereits Anbieter, Zweck, Datenschutzerklärung, Rechtsgrundlage, betroffene Länder und Angaben zum EU-US Data Privacy Framework.

Das spart viel Recherchearbeit. Blind übernehmen sollte man die Angaben trotzdem nicht. Vor dem Speichern verlangt Real Cookie Banner deshalb eine ausdrückliche Bestätigung, dass die Vorlage zur eigenen Website passt.
Genau so sollte es sein. Eine Vorlage ist ein Ausgangspunkt und keine individuelle Rechtsprüfung.
Der Content-Blocker in der Praxis
Aus der Gravatar-Vorlage konnte ich direkt einen passenden Content-Blocker erzeugen. Die visuelle Vorschau war standardmäßig aktiviert.

Im Frontend habe ich anschließend zwei Fälle getestet:
- Ich wählte im Consent-Dialog „Continue without consent“. Das Banner verschwand, Gravatar blieb blockiert.
- Danach gab ich Gravatar direkt im Platzhalter frei. Der Blocker verschwand und der Inhalt wurde geladen.

Damit bestand das Plugin den wichtigsten Teil meines Praxistests. Die Ablehnung wurde respektiert und die gezielte Freigabe funktionierte ohne erneutes Öffnen des gesamten Dialogs.
Design-Editor mit echter Live-Vorschau
Das Banner wird im WordPress-Customizer gestaltet. Links befinden sich die Einstellungen, rechts sehe ich die Auswirkungen direkt auf der Website.

Im Editor lassen sich unter anderem diese Bereiche anpassen:
- Vorlagen und grundlegendes Layout
- Buttons und Einwilligungsoptionen
- Kopfbereich, Text, Service-Gruppen und Fußbereich
- mobile Darstellung
- dauerhaft sichtbare rechtliche Links
Auf meiner Testseite zeigte der integrierte Barrierefreiheitscheck 100 %. Das ist kein vollständiges Accessibility-Audit, aber eine hilfreiche Kontrolle für Kontraste und die gewählte Gestaltung.

Auch die mobile Vorschau funktionierte im Test. Das ist wichtig, weil ein auf dem Desktop unauffälliges Banner auf kleinen Displays schnell den gesamten sichtbaren Bereich verdeckt.
Kostenlos oder Pro?
Eine alte Fassung dieses Artikels behauptete, die kostenlose Version sei auf 50 Einwilligungen pro Monat begrenzt. Das ist falsch.
In Real Cookie Banner Free kannst du unbegrenzt viele eigene Services und Content-Blocker anlegen. Du musst dafür jedoch deutlich mehr Angaben selbst recherchieren und eintragen.
Die Pro-Version ergänzt vor allem Komfort und Spezialfunktionen:
- die meisten Service- und Content-Blocker-Vorlagen
- Einwilligung für unsichere Drittländer
- Statistiken
- erweiterte visuelle Content-Blocker
- Designvorlagen
- IAB Transparency and Consent Framework
- Google Consent Mode v2
- Geo-Restriktionen
- Unterstützung für Tag Manager
- Weiterleitung von Einwilligungen zwischen Websites
Für eine kleine Website mit wenigen Diensten kann die kostenlose Version ausreichen. Sobald viele externe Dienste, mehrere Websites oder besondere Einwilligungsszenarien dazukommen, spart Pro erheblich Zeit.
Preise von Real Cookie Banner Pro
Die Pro-Lizenzen werden jährlich abgerechnet. Alle Pakete enthalten die Pro-Funktionen, Updates und Premium-Support.
- Single: 59 € brutto pro Jahr für eine Website
- Starter: 89 € brutto pro Jahr für drei Websites
- Professional: 129 € brutto pro Jahr für fünf Websites
- Business: 229 € brutto pro Jahr für zehn Websites
- Agency: 299 € brutto pro Jahr für 25 Websites
Zu jeder produktiven Website kommt laut Anbieter eine zusätzliche Entwicklungs- oder Staging-Umgebung hinzu. Die Single-Lizenz deckt damit zum Beispiel eine Live-Website und eine Testumgebung ab.
Wer von einer vergleichbaren Lösung wechselt, kann das erste Jahr nach aktuellem Anbieterangebot für 1 € erhalten. Bedingungen und Laufzeit der Aktion solltest du vor dem Kauf direkt beim Anbieter prüfen.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- sehr guter geführter Einrichtungsprozess
- plausible Scanner-Empfehlungen im Praxistest
- mehr als 160 Service-Vorlagen
- mehr als 130 Content-Blocker-Vorlagen
- zuverlässige Blockierung und gezielte Freigabe im Frontend
- umfangreicher Design-Editor mit Live-Vorschau
- lokale Speicherung der Einwilligungen
- kostenlose Version ohne Limit bei Einwilligungen
- deutscher Anbieter und deutschsprachiger Support
Nachteile
- viele besonders nützliche Vorlagen sind Pro vorbehalten
- Scanner bietet keine Garantie auf vollständige Erkennung
- Service Cloud und Updates erfordern eine Lizenzaktivierung
- technische Installationsdaten werden dafür an devowl.io übertragen
- Pro-Lizenz läuft als jährliches Abonnement
Mein Fazit nach dem Praxistest
Real Cookie Banner 5.2 hat in meinem Test einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Vor allem die klare Checkliste, die ausführlichen Vorlagen und der tatsächlich funktionierende Content-Blocker heben das Plugin von simplen Banner-Lösungen ab.
Mein wichtigster Kritikpunkt betrifft nicht die Blockierung, sondern die Erwartung an den Scanner. Er findet viel, aber nicht zwangsläufig alles. Wer das Plugin installiert und danach nie mehr kontrolliert, verlässt sich auf eine Sicherheit, die der Hersteller selbst nicht verspricht.
Meine Empfehlung fällt deshalb differenziert aus:
- Für kleine WordPress-Seiten mit wenigen Diensten ist die kostenlose Version einen ernsthaften Test wert.
- Für geschäftliche Websites mit mehreren Integrationen ist Pro wegen der Vorlagen und Zusatzfunktionen meist die sinnvollere Wahl.
- Wenn du kein WordPress nutzt, brauchst du eine plattformunabhängige Consent-Lösung.
Unter den reinen WordPress-Lösungen gehört Real Cookie Banner damit für mich weiterhin zu den stärksten Optionen. Nicht weil es dir jede Prüfung abnimmt, sondern weil es die verbleibende Arbeit gut erklärt und technisch sauber unterstützt.
Welche Alternativen gibt es?
Die bekannteste direkte WordPress-Alternative ist Borlabs Cookie. Version 3 bietet ebenfalls einen Scanner, eine Paketbibliothek und leistungsfähige Content-Blocker.
Weitere WordPress-Lösungen findest du in meinem Vergleich der besten Cookie-Plugins für WordPress. Plattformunabhängige Angebote vergleiche ich im Artikel über Cookie-Consent-Tools.






