Wie du WordPress in 13 einfachen Schritten schneller machen kannst

Dein WordPress ist schneckenlahm? Dann solltest du dringend handeln, denn dadurch gehen dir mitunter etliche Leser verloren!

Unter Umständen kann sogar dein Google-Ranking und laut einer kürzlichen Pressemitteilung demnächst auch die Anzeige-Wahrscheinlichkeit deiner Blogartikel im Facebook-Algorithmus darunter leiden.

Oder du bist einfach ein Speed-Freak (wie ich!), der seine Ladezeit noch um ein paar Millisekunden verbessern möchte?

Dann habe ich 13 Tipps für dich, wie du WordPress schneller machen und die Performance deiner Website drastisch steigern kannst.

0. Ladezeit testen

Um herauszufinden, wo überhaupt auf deinem WordPress-Blog Verbesserungspotenzial besteht (und ob Optimierungsmaßnahmen überhaupt etwas bringen), solltest du immer deine Ladezeit testen.

Ich empfehle zur Geschwindigkeits-Messung Pingdom Tools. Der Speed-Test zeigt nicht nur die Ladezeit für verschiedene Orte auf der Welt an, sondern auch den PageSpeed-Score mit Verbesserungs-Tipps, eine Auflistung aller von deinem Blog geladenen Dateien (inkl. Header-Informationen, Größe und Auswirkung auf die Ladezeit) sowie ein Wasserfall-Diagramm.

Geladene Dateien lassen sich zudem nach diversen Kriterien sortieren, was es leichter macht, Ladezeit-Killer ausfindig zu machen.

WordPress-Speed testen mit Pingdom Tools

Zusätzlich empfehle ich die Nutzung von Google PageSpeed Insights, um Optimierungspotenziale ausfindig zu machen (bitte verwechsele den PageSpeed aber nicht mit der absoluten Ladezeit!) sowie die Performance-Messung der Chrome DevTools, die du lokal in Google Chrome durchführen kannst.

1. Hosting

Man bekommt ein Hosting-Paket inkl. Domain schon ab 1,00 € im Monat. Wer bei der Auswahl des passenden Hosters jedoch nur nach dem Preis geht, zahlt am Ende drauf. Und das nicht nur durch lahmen Kundensupport und schlechte Verfügbarkeit, sondern auch durch langsame Ladezeiten.

Das kann z. B. daran liegen, dass die Server-Software veraltet ist und noch nicht die neusten Technologien bietet, der Server nicht richtig konfiguriert ist oder dass sich zu viele Kunden die vorhandenen Server-Ressourcen teilen.

Generell rate ich von Massenhostern, wie z. B. Strato, 1 & 1, DomainFactory, One.com oder HostEurope ab. Bitte besorg dir ein vernünftiges Hosting-Paket und keinen Murks! Auch, wenn es ein paar Euro mehr im Monat kostet.

Zu den Hostern, die ich bedingungslos empfehlen kann und bei denen ich selbst (mitunter seit Jahren) Kunde bin, zählen:

Worauf du bei der Auswahl des passenden Hostings für deinen WordPress-Blog alles beachten musst, findest du in meinem umfangreichen WordPress-Hosting-Guide.

2. gzip-Komprimierung aktivieren

Die Aktivierung der gzip-Komprimierung ist eine der wichtigsten Optimierungsmaßnahmen, welche die Ladezeit deiner Website deutlich steigert.

Das erreichst du, indem du die Module mod_deflate bzw. mod_gzip aktivierst, was dafür sorgt, dass Javascript-, HTML- und CSS-Dateien komprimiert übertragen werden. Dadurch reduziert sich deren Dateigröße um bis zu 70%!

Um das zu umzusetzen, musst du dich lediglich in deinen FTP-Server einloggen (die Zugangsdaten solltest du bei Eröffnung deines Hosting-Pakets zugeschickt bekommen haben), die .htaccess-Datei deiner Website mit einem Nur-Text-Editor öffnen und folgenden Code an den Anfang der Datei einfügen:

AddOutputFilterByType DEFLATE text/plain
AddOutputFilterByType DEFLATE text/html
AddOutputFilterByType DEFLATE text/xml
AddOutputFilterByType DEFLATE text/css
AddOutputFilterByType DEFLATE text/javascript
AddOutputFilterByType DEFLATE application/xml
AddOutputFilterByType DEFLATE application/xhtml+xml
AddOutputFilterByType DEFLATE application/rss+xml
AddOutputFilterByType DEFLATE application/javascript
AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-javascript
AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-shockwave-flash

Bei Webservern, die auf einer älteren Apache-Version basieren, kann es sein, dass es das Modul mod_deflate noch nicht gibt und man stattdessen das Modul mod_gzip ansprechen muss. Dazu fügst du anstelle des oberen Codes einfach den folgenden ein:

mod_gzip_on Yes
mod_gzip_dechunk Yes
mod_gzip_item_include file .(html?|txt|css|js|php|pl)$
mod_gzip_item_include handler ^cgi-script$
mod_gzip_item_include mime ^text/.*
mod_gzip_item_include mime ^application/x-javascript.*
mod_gzip_item_exclude mime ^image/.*
mod_gzip_item_exclude rspheader ^Content-Encoding:.*gzip.*

3. Browser-Caching aktivieren

Wenn das Browser-Caching nicht aktiviert ist, speichern Chrome, Firefox und Co. die auf deiner Website geladenen Dateien (wie z. B. Bilder oder CSS-Dateien) nicht lokal auf dem Computer und müssen bei jedem weiteren Seitenaufruf alle Dateien neu von deinem Server beziehen.

Das verlängert die Ladezeit enorm. Deswegen ist es essenziell, Browsern zu erlauben, Dateien für einen längeren Zeitraum zu speichern.

Die Aktivierung des Browser-Caching kannst du, wie die Komprimierung mit mod_deflate, über die .htaccess-Datei vornehmen. Dazu fügst du einfach folgenden Code ein, durch den Dateien jeglicher Art für ein Jahr (31536000 Sekunden) im Browser-Cache deiner Besucher gespeichert bleiben:

ExpiresActive On
ExpiresByType text/css A31536000
ExpiresByType text/x-component A31536000
ExpiresByType application/x-javascript A31536000
ExpiresByType application/javascript A31536000
ExpiresByType text/javascript A31536000
ExpiresByType text/x-js A31536000
ExpiresByType text/html A3600
ExpiresByType text/richtext A3600
ExpiresByType image/svg+xml A3600
ExpiresByType text/plain A3600
ExpiresByType text/xsd A3600
ExpiresByType text/xsl A3600
ExpiresByType text/xml A3600
ExpiresByType video/asf A31536000
ExpiresByType video/avi A31536000
ExpiresByType image/bmp A31536000
ExpiresByType application/java A31536000
ExpiresByType video/divx A31536000
ExpiresByType application/msword A31536000
ExpiresByType application/vnd.ms-fontobject A31536000
ExpiresByType application/x-msdownload A31536000
ExpiresByType image/gif A31536000
ExpiresByType application/x-gzip A31536000
ExpiresByType image/x-icon A31536000
ExpiresByType image/jpeg A31536000
ExpiresByType application/json A31536000
ExpiresByType application/vnd.ms-access A31536000
ExpiresByType audio/midi A31536000
ExpiresByType video/quicktime A31536000
ExpiresByType audio/mpeg A31536000
ExpiresByType video/mp4 A31536000
ExpiresByType video/mpeg A31536000
ExpiresByType application/vnd.ms-project A31536000
ExpiresByType application/x-font-otf A31536000
ExpiresByType application/vnd.ms-opentype A31536000
ExpiresByType application/vnd.oasis.opendocument.database A31536000
ExpiresByType application/vnd.oasis.opendocument.chart A31536000
ExpiresByType application/vnd.oasis.opendocument.formula A31536000
ExpiresByType application/vnd.oasis.opendocument.graphics A31536000
ExpiresByType application/vnd.oasis.opendocument.presentation A31536000
ExpiresByType application/vnd.oasis.opendocument.spreadsheet A31536000
ExpiresByType application/vnd.oasis.opendocument.text A31536000
ExpiresByType audio/ogg A31536000
ExpiresByType application/pdf A31536000
ExpiresByType image/png A31536000
ExpiresByType application/vnd.ms-powerpoint A31536000
ExpiresByType audio/x-realaudio A31536000
ExpiresByType image/svg+xml A31536000
ExpiresByType application/x-shockwave-flash A31536000
ExpiresByType application/x-tar A31536000
ExpiresByType image/tiff A31536000
ExpiresByType application/x-font-ttf A31536000
ExpiresByType application/vnd.ms-opentype A31536000
ExpiresByType audio/wav A31536000
ExpiresByType audio/wma A31536000
ExpiresByType application/vnd.ms-write A31536000
ExpiresByType application/font-woff A31536000
ExpiresByType application/vnd.ms-excel A31536000
ExpiresByType application/zip A31536000

4. Bilder komprimieren

Die meisten Bilder, die man mit der eigenen Kamera gemacht oder mit Photoshop oder GIMP selbst erstellt hat, sind größer als sie sein müssten. Und das selbst, wenn man sie auf dem PC schon in einer niedrigeren Qualitätsstufe gespeichert hat.

Auch wenn man z. B. in Photoshop ein JPG-Bild in der Qualitätsstufe 8/12 und als Progressive JPG (oder bei GIMP in der Qualitätsstufe 85 und als Progressive JPG) speichert, kann man es in der Regel immer noch 5-15% kleiner machen, ohne dass die Qualität darunter leidet.

Bei PNG-Bildern ist die Ersparnis in der Regel noch größer und kann, je nach Bild, 50-80% betragen.

Um alle Bilder der eigenen WordPress-Installation zu komprimieren, kannst du auf dem eigenen Rechner Programme, wie z. B. ImageOptim (Mac) oder den File Optimizer (Windows) benutzen.

Einfacher ist es jedoch, für die Komprimierung die WordPress-Plugins EWWW Image Optimizer oder Compress JPEG & PNG images zu nehmen, welche es zum einen erlauben, eine Massenkomprimierung bereits hochgeladener Bilder vorzunehmen und zum anderen alle neu hochgeladenen Bilder automatisch zu komprimieren.

4.1 EWWW Image Optimizer vs. Compress JPEG & PNG

Die Resultate, die man mit Compress JPEG & PNG images erzielt, sind in der Regel etwas besser und man spart noch ein paar KB mehr als beim EWWW Image Optimizer.

Auch mit vorangegangener Optimierung der Bilder durch EWWW Image Optimizer sind in diesem Beispiel noch etwa 7% an Komprimierung mehr drin:

Bulk Optimization Compress JPEG & PNG images

Dafür ist die Anzahl an Bildern, die man mit Compress JPEG & PNG images optimieren kann, auf 500 pro Monat begrenzt. Für jedes optimierte Bild darüber hinaus muss man einen (sehr kleinen) Betrag bezahlen, während man mit EWWW so viele Bilder optimieren kann, wie man möchte.

Mit einberechnet in die 500 Bilder werden auch die verschiedenen von WordPress und dem WordPress Theme erzeugten Bildgrößen, was bei manchen Themes bis zu 10 Stück pro hochgeladenen Bild sind. Welche Bildgrößen in die Optimierung mit einbezogen werden, kann man bei dem Plugin allerdings unter Einstellungen > Medien festlegen, sodass man Credits sparen kann.

Was die Schnelligkeit der Optimierung angeht, schneidet EWWW Image Optimizer etwas besser ab als Compress JPEG & PNG images. Vor allem beim Upload einzelner Bilder muss man bei Compress JPEG & PNG images mit etwas längeren Wartezeiten rechnen.

5. Bilder per Lazy Load nachladen

Deine Bilder zu komprimieren ist ein wichtiger Schritt für eine bessere Ladezeit. Wenn dein Blog oder einzelne Blogartikel sehr bilderlastig sind, kann es allerdings sein, dass das nicht genug ist.

In dem Fall solltest auf ein sogenanntes Lazy Load Plugin zurückgreifen, das dafür sorgt. Damit werden Bilder erst dann geladen werden, wenn ein Nutzer an die entsprechende Stelle scrollt.

Ich nutze a3 Lazy Load, das meiner Erfahrung nach mit den meisten Themes und Setups funktioniert. Falls es bei dir nicht funktioniert, kannst du es mit Lazy Load oder Crazy Lazy probieren.

a3 Lazy Load
a3 Lazy Load
Entwickler: a3rev Software
Preis: Kostenlos

6. Caching-Plugin installieren

Ein Caching-Plugin darf auf keinen Fall fehlen, wenn du WordPress schneller machen möchtest. WordPress an sich generiert dynamische Websites, das heißt für jedes Element auf deiner Seite (z. B. Menüs, Widgets, Beiträge etc.) erfolgt bei jedem Seitenaufruf eine Datenbankabfrage.

Für manche Websites, deren Inhalte sich schnell ändern oder die Inhalte in Echtzeit anzeigen wollen, mag das dynamische Laden sinnvoll sein. Für die meisten Blogs, Online-Magazine oder Nischenseiten ist es jedoch eher hinderlich. Durch zu viele Datenbankabfragen verschlechtert sich die Ladezeit und der Leser hat durch das dynamische Laden keine Vorteile.

Ein Caching-Plugin schafft Abhilfe, indem es aus den dynamischen Inhalten statische Dateien generiert (so genanntes Page Caching), was die Anzahl nötiger Datenbankabfragen (nicht zu verwechseln mit Server-Requests, die ändern sich durch das Caching-Plugin nicht) zur Darstellung einer Website drastisch reduziert.

Diese statischen Dateien werden dann jeweils nach einem festgelegten Intervall (z. B. ein Tag) und/oder bei einer Änderung des Inhalts (neuer Beitrag, neuer Kommentar etc.) vom Plugin neu generiert.

Als Caching Plugin empfehle ich Cache Enabler:

Cache Enabler – WordPress Cache
Cache Enabler – WordPress Cache
Entwickler: KeyCDN
Preis: Kostenlos

Die Einrichtung ist kinderleicht: installieren, aktivieren und fertig! Du brauchst nichts weiter einstellen.

Es ist das schnellste kostenlose Caching-Plugin, das ich kenne. Es schlägt manch andere Plugins, wie z. B. W3 Total Cache, um Längen. Es funktioniert zudem mit den meisten Themes, Plugins und Setups.

Mit dem Plugin WP Super Cache erziele ich ebenfalls gute Resultate:

WP Super Cache
WP Super Cache
Entwickler: Automattic
Preis: Kostenlos

Es eignet sich aufgrund seiner einfachen Installation (einfach unter Einstellungen > WP Super Cache das Caching anschalten und fertig!) und seiner übersichtlichen Benutzeroberfläche sehr gut für Anfänger. Es bietet aber auch diverse Einstellungsmöglichkeiten für Fortgeschrittene.

Ladezeit verbessern mit WP Super Cache

Wenn du noch ein bisschen mehr Speed willst, empfehle ich dir auf serverseitiges Page-Caching umzusteigen, wie z. B. nginx fastCGI Caching. Das erfordert jedoch viel Konfigurationsarbeit und einen entsprechenden Server mit Root-Zugriff oder einen Host, der das vorkonfiguriert hat, wie z. B. Raidboxes.

7. Unnötige Plugins deaktivieren

Plugins laden oft unnötig viele CSS- oder JS-Dateien oder verlangsamen WordPress durch zu viele Datenbankabfragen. Zudem stellen Plugins immer ein Sicherheitsrisiko dar, vor allem diejenigen, die nicht regelmäßig gewartet werden.

Deswegen gilt: Je weniger Plugins, desto besser!

Geh regelmäßig die Liste deiner Plugin durch und frag dich: Brauche ich das wirklich? Und wenn nein, dann weg damit! Falls du es brauchst, aber nur sporadisch nutzt, empfehle ich dir, es nur dann zu aktivieren, wenn du es nutzt und danach direkt wieder zu deaktivieren.

Zu den größten Ladezeit-Killern gehören zum Beispiel:

  • Social-Media-Plugins (Twitter- oder Instagram-Feed, Facebook-Like-Box, Share-Buttons ohne Caching etc.)
  • Page-Builder (z. B. Visual Composer)
  • Broken Link Checker (nach Benutzung deaktivieren)
  • Google Maps
  • Kommentar-Plugins
  • Kontaktformulare
  • Foren-Plugins (Simple:Press, bbPress etc)
  • Woocommerce und andere E-Commerce-Plugins

8. Ein schlankes WordPress-Theme verwenden

Beliebte WordPress-Themes, wie z. B. Avada, X Theme, Enfold, The 7, Divi etc. bieten viele Einstellungsmöglichkeiten, Integrationen, vorgefertigte Demos und/oder einen visuellen Editor, was die Gestaltung einer Website erheblich vereinfachen kann.

Aber so toll dieses Baukasten-Prinzip auch ist, bringt es auch Nachteile mit sich. Viele Funktionen und Gestaltungselemente werden geladen, auch wenn du diese gar nicht verwendest. Unnötig viele oder unnötig große CSS- und JavaScript-Dateien ziehen deine Ladezeit in den Keller.

All-in-One-Themes bringen auch oft die Installation vieler weiterer Plugins mit sich (z. B. Slider, Kontaktformulare, WooCommerce, bbPress, Widgets). Bitte schau also auch bei den Plugins, die mit dem Theme geliefert werden, ob du diese auch wirklich verwendest. Auch wenn das Theme die Installation eines Plugins empfiehlt, kommt man in den meisten Fällen auch ohne aus.

Bei manchen Themes, wie z. B. Avada, lassen sich auch einzelne Funktionen komplett ausschalten, sodass entsprechende CSS- und JS-Dateien nicht mehr geladen werden.

Letzten Endes ist es jedoch besser, sich im Voraus für ein Theme zu entscheiden, das nur die Funktionen hat, die du auch wirklich benötigst, auch wenn du dafür ein bisschen länger suchen musst.

9. JS- und CSS-Dateien ausmisten, zusammenfassen und komprimieren

WordPress-Installationen werden oft durch zu viele geladene Javascript- und CSS-Dateien verlangsamt, insbesondere wenn man einen Haufen an Plugins installiert hat oder ein Multi-Purpose-Theme benutzt, das viele Funktionen bietet.

Abhilfe schaffen kannst du zum einen dadurch, dass du unnötige und die Ladezeit belastende Plugins deaktiviert und ein Theme verwendest, das nicht so überladen ist (siehe Punkt 7 und 8).

Zum anderen kann man WordPress schneller machen, indem man so viele JS- und CSS-Dateien wie möglich zusammenfasst, um die Anzahl an Server-Requests zu reduzieren, und komprimiert, um die Größe der einzelnen Requests zu reduzieren.

Das kann man händisch machen, aber das erfordert nicht nur viel Vorwissen in der WordPress-Programmierung, sondern sorgt auch dafür, dass man tief in das Theme eingreifen muss, was zu Komplikationen führen kann. Einfacher ist es, das kostenlose Plugin Autoptimize zu verwenden:

Autoptimize
Autoptimize
Preis: Kostenlos

Die Konfiguration des Plugins ist denkbar einfach: Du gehst zu Einstellungen > Autoptimize und setzt einen Haken bei HTML Code optimieren?, JavaScript Code optimieren? und CSS Code optimieren?. Fertig!

WordPress PageSpeed Optimization mit Autoptimize

Bei den meisten Themes und Plugins sollte es bei der Benutzung von Autoptimize zu keinen Komplikationen führen. Falls etwas nicht richtig angezeigt wird oder nicht richtig funktioniert (unbedingt auch die mobile Version checken!), musst du schauen, wodurch die Komplikation verursacht wird.

Das bekommt man in der Regel recht schnell heraus, indem man die erweiterten Einstellungen einblendet und bestimmte CSS- und Javascript-Dateien von der Optimierung ausschließt und schaut, ob die Komplikationen dadurch verschwinden.

Hinweis: Falls dein Server http/2 (siehe Punkt 9) unterstützt, kann es sein, dass deine Website schneller lädt, wenn du Autoptimize deaktivierst.

10. Stell auf PHP 7 um!

Durch Umstellung deines Servers von PHP 5.x auf PHP 7.x kannst du WordPress deutlich beschleunigen. Mitunter wird deine Website dadurch doppelt so schnell!

Nicht umsonst wird PHP 7 oder höher auch in den offiziellen Hosting-Anforderungen empfohlen.

Die Änderung der PHP-Version kannst du in der Regel im Einstellungs-Bereich deines Servers vornehmen. Wenn nicht, frag deinen Hoster, ob er das für dich übernimmt.

Hinweis: Bitte teste, ob nach der Umstellung auf PHP 7 noch alles so funktioniert, wie es soll. Mittlerweile sollten die meisten Plugins und Themes mit der neuen PHP-Version kompatibel sein, aber es kann vereinzelt noch zu Problemen kommen, vor allem bei PHP 7.1.

11. Verwende HTTP/2

HTTP/2, der Nachfolger von HTTP/1.1, bietet deutliche Geschwindigkeitsvorteile gegenüber der älteren Version des Hypertext Transfer Protocol, welche über 16 Jahre der Übertragungsstandard im WWW war.

Falls es dich interessiert, wodurch das Mehr an Speed zustande kommt: Mit HTTP/1.1 werden alle Requests noch nacheinander abgearbeitet, mit HTTP/2 können jetzt mehrere Requests parallel verarbeitet werden (wodurch es z. B. nicht mehr nötig ist Bild-Dateien in CSS-Sprites oder alle JS- und CSS-Dateien zusammenzufassen). Zudem werden Header komprimiert übertragen und dank Server Push kann der Server die Requests priorisieren, die für den Client (also den Browser-Nutzer) am wichtigsten sind.

Mit diesem Tool von KeyCDN kannst du testen, ob dein Server HTTP/2 unterstützt.

Wenn das nicht der Fall ist, bitte deinen Host darum, dies zu implementieren, oder nimm es als Anlass gleich den Hoster zu wechseln. Wenn du einen vServer oder Dedicated Server mit Root-Zugriff hast, kannst du das mitunter sogar selbst einstellen.

Hinweis: Bitte beachte, dass HTTP/2 von den meisten Browsern nur in Kombination mit HTTPS unterstützt wird, was die Umstellung auf HTTPS nicht nur zu einer Sicherheits- sondern auch Ladezeitmaßnahme macht.

12. Gravatar Cache

Wenn ein Blogartikel viele Kommentare hat, kann es sein, dass das die Ladezeit des Artikels extrem verlangsamt, weil das Gravatar-Bild eines jeden Kommentator geladen wird.

Abhilfe schafft das Plugin FV Gravatar Cache, mit dessen Hilfe Gravatar-Bilder auf dem eigenen Server zwischengespeichert werden, was meiner Erfahrung nach die Ladezeit ein bisschen verbessert.

FV Gravatar Cache
FV Gravatar Cache
Entwickler: Foliovision
Preis: Kostenlos

Alternativ kannst du eigene Avatar-Bilder auch komplett ausschalten und durch ein Standard-Bild ersetzen. Dazu benutze ich folgendes Plugin:

WP User Avatar
WP User Avatar
Entwickler: flippercode
Preis: Kostenlos

13. Emojis deaktivieren

Es gibt einige Funktionen im WordPress-Core, welche die Ladezeit negativ beeinflussen und nicht unbedingt nötig sind.

So wird zum Beispiel ein kleines Skript geladen, dass den Emoji-Support in älteren Browsern sicherstellt. Du kannst das relativ bedenkenlos ausschalten und damit einen Server-Request (die JavaScript-Datei wp-emoji-release.min.js mit einer Größe von 10,5 KB) einsparen. Exorbitant schneller machen wird das deine Website zwar nicht, aber es schadet nie ein paar Millisekündchen zu sparen, oder?

Ich benutze dafür das Plugin Disable Emojis:

Disable Emojis (GDPR friendly)
Disable Emojis (GDPR friendly)
Entwickler: Ryan Hellyer
Preis: Kostenlos

16 Gedanken zu “Wie du WordPress in 13 einfachen Schritten schneller machen kannst

  1. VIelen Dank für den ausführlichen Artikel. Ich habe dazu folgende Erfahrung gemacht: nicht jedes Plugin funktioniert gut mit jedem Theme.
    Grundsätzlich benutze ich gerne Hummingbird. Es bietet viele Feineinstellungen mit denen man die Zahl der Scripts und Roundtrips minimieren kann. Man kann es mittlerweile kostenlos nutzen.

    • Hi Timo,

      ja, da hast du Recht. Nicht jedes Plugin funktioniert mit jedem Theme oder Setup. Manchmal muss ein erst mit verschiedenen Plugins herumprobieren, um die ideale Ladezeit zu erreichen.

      Mit Hummingbird habe ich bis jetzt noch nicht gearbeitet, werde ich mal ausprobieren 😉

      LG

      Finn

  2. Hallo Finn,

    Danke für den Artikel. Meine Webseite ist von 8 s auf 2 s schneller geworden! 🙂
    Auch unbedingt die Mobile Version testen. Bei mir lief Crazy Load nicht auf der Mobilen Version.

    Viele Grüße aus Tokio
    Tessa

    • Gerne! Von 8 auf 2 Sekunden ist eine sehr gute Verbesserung!

      Ja, Crazy Lazy funktioniert bei mir seit auch nicht immer zuverlässig, wie ich vor kurzem feststellen musste. Ich schau mich gerade nach einer Alternative um 😉

      LG

      Finn

  3. Hallo,
    habe Cache Enabler installiert, auf Page Speed Insights wird nun folgendes angezeigt;
    Mobil Unavadible
    Desktop 80%
    Was ich bisher im Netz gefunden sind Anpreisungen und Beschreibung der Eigenschaften und Einstellungsmöglichkeiten.
    Im Beitrag heißt es hier nur, ist kinderleicht.
    Wenn dem so ist, dann kann mir sicher sagen, was ich hier einzustellen habe.
    Wenn ich gewusst hätte, dass Optimus daran gekoppelt ist, hätte ich es schon gar nicht genommen.
    Denke, ich werde das Plugin wieder löschen, zu kompliziert und keine vernünftige Beschreibung dabei.

    • Hi Carlo,

      Cache Enabler ist keineswegs kompliziert. Einfach installieren und aktivieren und das war’s. Bei manchen Hostern kann es sein, dass du noch ein kleines Addendum in deine wp-config.php-Datei hinzufügen musst, aber das ist eher selten.

      Ich weiß nicht, wo du das gelesen hast, aber Cache Enabler ist keineswegs an Optimus gebunden (vielleicht weil im Plugin dafür Werbung gemacht wird?). Du kannst aber auch jedwede andere Bildoptimierungs-Plugins damit nutzen, wie z. B. EWWW Image Optimizer oder Smush.

      Zum Thema Page Speed Insights: Der PageSpeed-Score ist nicht alles, bitte lies dir mal diesen Artikel dazu durch: WordPress schneller machen

      LG

      Finn

    • Hi Marcus,

      habe das im Artikel ergänzt, danke für den Hinweis!

      In meinem Webhosting-Paket bei all-inkl.com ist http/2 anscheinend mittlerweile aktiviert (ohne, dass ich einen Serverwechsel gemacht hätte).

      Viele Grüße

      Finn

  4. Hallo Finn.
    Danke für diesen Artikel. Nach der Umstellung auf ein neues WordPress-Theme war ein erneute Optimierung unumgänglich. Dein Artikel hat mir dabei geholfen meine Website schneller zu machen. Jetzt muss ich nur noch schauen wie ich an HTTPS2 herankomme. Das unterstützt mein Hoster (One.com) zurzeit nicht.
    Hast du eine Idee?

    • Hi Martin,

      da hilft nur ein Hosterwechsel. Beim Shared Hosting von One.com kann man das mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht selbst einrichten, da musst du schon einen vServer oder Dedicated Server haben. Oder du musst darauf warten, bis die das von sich aus integrieren.

      LG

      Finn

  5. Morgen Finn, morgen Steven,

    der Jan hier, von RAIDBOXES. Etwas „spät“ der Kommentar, ich weiß, ich hätte aber noch eine nicht ganz unwichtige Ergänzung. Und zwar zum Thema Ladezeit messen. Google PageSpeed Insights ist fraglos ein tolles Tool zur Seitenoptimierung. Aber: Es misst ja nicht Seitenladezeit. Tatsächlich haben wir schon bei ganz ganz vielen unserer Nutzer bemerkt, dass diese sich sehr stark auf ihren PageSpeed Score stützen und die Seitenladezeit dabei völlig außen vor lassen. Das führt dann teils dazu, dass man sich auf einen „Schattenboxkampf“ mit GPSI einlässt, obwohl die Ladezeit der Seite im Grunde sehr gut ist und die Optimierung eher durch HTTPS, ein Aufräumen der Seite oder auch eine Responsivität des Angebots erreicht werden könnte. Daher mein Tipp: Nicht blind auf PageSpeed Insights verlassen (oder auf Google Test My Site, das zwar besser ist, aber die Fehler von GPSI erbt), sondern lieber echte Messtools nutzen. Echte Messtools sind dann solche, die dir tatsächlich eine Ladezeit in Sekunden ausgeben. Genau wie von dir, Finn, richtig erwähnt sind die Pingdom Tools super. Wenn man aber eine wirklich umfangreiche Analyse haben möchte, bei der man v.a. auch Ausreißer ausschließen kann, nutzen wir immer Webpagetest.org. Ist zwar etwas komplizierter das Tool bringt aber unserer Erfahrung nach wesentlich bessere Daten.

    Es ist unserer Ansicht nach extrem wichtig zu wissen wie genau sich die eigene Seite verhält. Nur so kann man als Seitenbesitzer auch an den richtigen Stellen ansetzen. Dafür sollte man auch mal einen Blick in das Wasserfalldiagramm der eigenen Seite werfen. Hier schlummern massig Erkenntnisse. Allerdings gilt auch für Wasserfalldiagramme: Sie sind nicht ohne etwas Aufwand zu lesen und zu analysieren. Wir haben übrigens zu beiden Themen auf Blogposts erstellt. Und weil ich hier nicht reinspammen möchte, nur der kurze Hinweis 😉 Wenn gewünscht, kann ich die Links aber natürlich eben noch posten.

    Viele Grüße aus Münster und weiter so, Finn!

    • Hi Jan,

      bin ganz deiner Meinung. Viele machen den Fehler und achten nur auf den PageSpeed-Score. Was aber eigentlich zählt sind die absolute und, noch wichtiger, die gefühlte Ladezeit in Sekunden.

      WebpageTest.org ist auch ein gutes Mess-Tool für die Ladezeit. Danke für die Ergänzung! 😉

      Viele Grüße

      Finn

  6. Die erwähnung ein vernünftigen Hoster zu verwenden find ich gut, denn du hast recht diese Massenhoster sind einfach überladen und man ist in den Server Settings begrenzt.

    Was mir aber noch Fehlt ist die Erwähnung von Cache Systeme Server Seitig. Klar kann man einiges mit Caching Plugins beschleunigen aber APC cache oder Memcache sollte auch auf den Server richtig eingestellt sein damit die Optimal laufen. FastCGI Caching geht so neben bei auch bei Apache..nginx ist aber klar auch mein Favorit.

    Google Pagespeed bringt auch noch mal was..Alternative DB Server würde auch einiges beschleunigen wie Mariadb gerade bei vielen beiträgen.

    • Hi Steven,

      ja, serverseitiges Caching habe ich nur sehr kurz angeschnitten.

      Ich hätte gerne mehr dazu geschrieben und mich darin ausgetobt (weil mich das persönlich auch sehr interessiert), der Artikel richtet sich allerdings an Anfänger bis Fortgeschrittene. Und ich habe schon das Feedback erhalten, dass er dafür schon zu komplex sei.

      Viele Grüße

      Finn

      PS: Alternative Datenbanksysteme und das Google-PageSpeed-Modul sind auch gute Punkte! Danke für die Ergänzung! 😀

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