Cookie-Plugins versprechen eine schnelle Einrichtung. Ob sie fremde Dienste vor der Einwilligung wirklich blockieren, zeigt aber erst ein echter Test.
Ich habe Real Cookie Banner, Borlabs Cookie, Complianz, Pixelmate v5 und Cookiebot deshalb neu geprüft. Der genaue Testumfang unterscheidet sich je nach verfügbarem Zugang und steht im nächsten Abschnitt.
Das Ergebnis ist klar. Real Cookie Banner bleibt mein Testsieger, Borlabs Cookie folgt knapp dahinter. Complianz ist vielseitiger geworden. Pixelmate v5 hat gegenüber Version 4 einen großen Sprung gemacht. Cookiebot bleibt interessant, wenn du eine plattformunabhängige Cloud-Lösung suchst.
- Real Cookie Banner 5.2.28 bietet die beste Mischung aus geführter Einrichtung, Scanner, Vorlagen und zuverlässigem Content Blocking.
- Borlabs Cookie 3.4 ist die stärkste Alternative. Der Assistent und die Cloud Library sparen viel Handarbeit, einige Funktionen hängen aber vom Borlabs Service ab.
- Ein Scanner allein genügt nicht. Du musst im privaten Browserfenster prüfen, ob abgelehnte Dienste wirklich blockiert bleiben.
So habe ich die Cookie-Plugins getestet
Die WordPress-Tests liefen auf einer frischen Website mit WordPress 7.0.1. Die Blockierung vom Ablehnen bis zur gezielten Einwilligung habe ich bei Real Cookie Banner und Borlabs Cookie vollständig im Frontend geprüft.
Real Cookie Banner Free 5.2.28, Complianz Free 7.5.0 und Cookiebot 4.7.2 habe ich direkt auf der Test-Website installiert. Bei Complianz prüfte ich den Assistenten und Banner-Editor, nahm die zusätzlichen Bedingungen für den erweiterten Scan aber nicht an. Cookiebot testete ich bis zur Kontoverbindung. Borlabs Cookie 3.4 prüfte ich mit einem lizenzierten Test-Zugang des Anbieters.
Pixelmate v5 habe ich im aktuellen Live-Einsatz des Anbieters getestet. Meine alte Lifetime-Lizenz aus dem Jahr 2019 wurde bei der automatischen Migration nicht erkannt. Die manuelle Zuordnung zum neuen Freemius-Konto ist beim Support angefordert. Deshalb stammen die Aussagen zum Pixelmate-Backend bis zur Freischaltung aus der aktuellen Dokumentation, nicht aus einem vollständigen Admin-Test.
Wann brauchst du ein Cookie-Plugin?
§ 25 TDDDG verlangt grundsätzlich eine Einwilligung, bevor Informationen auf einem Endgerät gespeichert oder von dort ausgelesen werden. Ausnahmen gelten für die Nachrichtenübertragung und für Vorgänge, die unbedingt erforderlich sind, um einen ausdrücklich gewünschten digitalen Dienst bereitzustellen.
Das betrifft nicht nur klassische Cookies. Auch Local Storage, Tracking-Pixel, Fingerprinting und externe Inhalte können relevant sein. Entscheidend ist daher, was deine Website technisch macht, nicht wie der Dienst im Marketing bezeichnet wird.
Für eine einfache Website ohne Analyse, Werbung oder externe Medien kann eine einwilligungsfreie Konfiguration möglich sein. Sobald du Google Analytics, Google Ads, YouTube, Google Maps, Meta Pixel oder ähnliche Dienste nutzt, solltest du die Einbindung und Blockierung genau prüfen.
Die fünf WordPress-Cookie-Plugins im Vergleich
Platz 1: Real Cookie Banner
Real Cookie Banner bleibt meine Empfehlung für die meisten WordPress-Websites. Die Oberfläche erklärt nicht nur, was du einstellen sollst, sondern häufig auch warum.
Nach der Aktivierung führte mich eine Checkliste durch zwölf Aufgaben. Dazu gehörten der Scan, die Anlage der Dienste, die Gestaltung des Banners und die Prüfung der Datenschutzerklärung.

Der Service-Scanner fand Gravatar, WordPress-Kommentare und WordPress-Emojis. Das ist nützlich, aber keine Garantie auf Vollständigkeit. Der Scanner sucht nach bekannten Diensten und ersetzt keine Kontrolle aller Cookies und Netzwerkverbindungen.

Wichtiger war der Frontend-Test. Nach dem Ablehnen blieb Gravatar blockiert. Erst die gezielte Einwilligung lud die externe Verbindung. Genau dieses Verhalten muss ein Consent-Plugin zuverlässig liefern.

Die Pro-Version ergänzt mehr als 160 Service-Vorlagen, mehr als 130 Content-Blocker-Vorlagen, Google Consent Mode v2, TCF, Statistiken und Geobeschränkungen. Die kostenlose Version reicht aus, um die Bedienung und eine manuelle Konfiguration ernsthaft zu testen.
- 12-stufige Checkliste mit verständlichen Erklärungen
- Service-Scanner fand im Test Gravatar, WordPress-Kommentare und WordPress-Emojis
- Content Blocker verhinderte im Test die Verbindung zu Gravatar bis zur Einwilligung
- Live-Vorschau für Desktop und Mobilgeräte
- 160+ Service-Vorlagen und 130+ Content-Blocker-Vorlagen in Pro
- Einwilligungen werden nativ auf dem eigenen WordPress-Server verarbeitet und gespeichert
- Kostenlose Version für einen echten Praxistest
Platz 2: Borlabs Cookie
Borlabs Cookie ist die beste Alternative, wenn du sehr viele Einstellungen und eine große Bibliothek vorbereiteter Pakete möchtest. Die aktuelle Version ist 3.4.2. Mein praktischer Test lief mit der Hauptversion 3.4.
Der Setup-Assistent führte mich durch dreizehn Schritte. Er prüfte die Umgebung, legte die Grundkonfiguration an und bereitete anschließend den Scan vor.

Im Test scannte der Cloud-Scanner sechs Seiten und installierte elf passende Pakete. Laut Anbieter umfasst die Borlabs Cookie Library inzwischen rund 350 Pakete. Dabei handelt es sich um Pakete für Dienste und Einbettungen, nicht um 350 im Test erkannte Dienste.

Die Content Blocker für YouTube, SoundCloud, Google Maps und reCAPTCHA waren danach einsatzbereit. Ein eingebettetes YouTube-Video wurde erst nach meiner Einwilligung geladen.

Beachte die Abhängigkeit vom Borlabs Service. Nach Ablauf des Abonnements läuft das Plugin weiter, die Library, der Scanner, automatische Übersetzungen, TCF und Geobeschränkungen stehen laut Anbieter dann jedoch nicht mehr zur Verfügung.
- 13-stufiger Setup-Assistent mit automatischer Grundkonfiguration
- Cloud-Scanner installierte im Test elf passende Pakete nach dem Scan von sechs Seiten
- Content Blocker für YouTube, SoundCloud, Google Maps und reCAPTCHA funktionierten im Test
- Rund 350 Pakete in der Borlabs Cookie Library
- Viele Einstellungen für Banner, Dienste, Einwilligungen und Statistiken
- Native WordPress-Lösung mit deutschsprachiger Oberfläche und Dokumentation
Platz 3: Complianz
Complianz ist mehr als ein Cookie-Banner. Das Plugin richtet Consent-Management und rechtliche Dokumente für unterschiedliche Regionen ein. Das ist praktisch für internationale Websites, macht den Assistenten aber umfangreicher.
Das Dashboard von Version 7.5.0 bündelt den Fortschritt, Dokumente, Integrationen und den neuen Website-Scan. Der erweiterte Scan benötigt eine E-Mail-Authentifizierung und die Zustimmung zu zusätzlichen Nutzungsbedingungen. Ich habe diese neue Vereinbarung für den Test nicht angenommen.

Der Assistent selbst funktionierte ohne diese Freigabe. Er fragte nacheinander Region, Dienste, Cookies, Einwilligungsmodell und Dokumente ab.

Am besten gefiel mir der Banner-Editor mit direkter Vorschau. Farben, Texte, Schaltflächen und Layout lassen sich ohne ständiges Wechseln ins Frontend beurteilen.

Premium kostet für eine Website 59 € pro Jahr. Enthalten sind unter anderem mehrere Rechtsräume, Einwilligungsnachweise, Geo IP, Google Consent Mode, TCF, Anfragen betroffener Personen und A/B-Tests.
Complianz ansehen- Geführter Assistent und übersichtliches Dashboard
- Banner-Editor mit direkter Vorschau
- Kostenlose Version mit Cookie-Richtlinie, Scan und grundlegender Blockierung
- Unterstützt mehrere internationale Datenschutzregeln
- Premium bietet unter anderem A/B-Tests, Geo IP, Google Consent Mode und TCF
- Keine Limits nach Seitenaufrufen oder gespeicherten Einwilligungen in Premium
Platz 4: DSGVO Pixelmate
DSGVO Pixelmate v5 ist kein kleines Update der alten Version. Der Anbieter nennt jetzt einen Website-Scanner, mehr als 30 Vorlagen, serverseitige und clientseitige Blockierung, versionierte Einwilligungen, Statistiken, Export und Google Consent Mode v2.
Auch beim Banner hat Pixelmate sichtbar aufgeholt. Auf der aktuellen Website konnte ich mehrere Darstellungsformen und den detaillierten Einstellungsdialog prüfen.
Der Live-Dialog trennt notwendige Dienste, Analyse und externe Inhalte. Besucher können Kategorien einzeln wählen, ihre Auswahl speichern oder alles akzeptieren. Deutsch und Englisch lassen sich direkt umschalten.
Die neue Preisstruktur beginnt bei 29 € netto pro Jahr für eine Website. Alternativ gibt es eine Lifetime-Lizenz ab 69 € netto. Das ist attraktiv, falls der vollständige Admin-Test die versprochenen Funktionen bestätigt.
- Pixelmate v5 bietet einen Website-Scanner und mehr als 30 Vorlagen
- Blockierung auf Server- und Browser-Ebene
- Versionierte Einwilligungen, Export, Statistik und Google Consent Mode v2
- Mehrere Banner-Stile und Umschaltung zwischen Deutsch und Englisch
- Wahlweise Jahreslizenz oder Einmalkauf
- Deutscher Anbieter und deutschsprachige Dokumentation
Platz 5: Cookiebot
Cookiebot ist in erster Linie eine cloudbasierte Consent-Management-Plattform. Das WordPress-Plugin verbindet deine Website mit diesem Konto.
Version 4.7.2 startete im Test mit zwei Möglichkeiten. Ich konnte ein neues Cookiebot-Konto erstellen oder eine vorhandene Domain Group ID eintragen.

Die Verbindung ist einfach, die eigentliche Konfiguration findet aber überwiegend außerhalb von WordPress statt. Das unterscheidet Cookiebot deutlich von den vier nativen Plugins im Vergleich.

Die kostenlose Stufe gilt für eine Domain mit bis zu 50 Unterseiten und enthält weniger Funktionen. Premium Lite beginnt bei 7 € netto pro Monat. Größere Tarife werden nach der maximalen Seitenzahl berechnet, und Subdomains zählen als eigene Domains.
Cookiebot ist sinnvoll, wenn du mehrere Plattformen mit einem Cloud-Dienst verwalten möchtest. Für eine einzelne WordPress-Website gefallen mir die enger integrierten Lösungen besser.
Cookiebot ansehen- Cloudbasierter Scan und automatische Kategorisierung
- Kann unabhängig von WordPress in unterschiedliche Websites eingebunden werden
- Kostenlose Stufe für eine Domain mit bis zu 50 Unterseiten
- Google Consent Mode und IAB TCF werden unterstützt
- WordPress-Plugin 4.7.2 startete im Test unter WordPress 7.0.1 ohne Fehler
Welches Plugin passt zu dir?
- Real Cookie Banner: Für die meisten WordPress-Websites und für Einsteiger, die eine sehr gute Führung möchten.
- Borlabs Cookie: Für anspruchsvolle WordPress-Setups mit vielen Diensten und umfangreicher Konfiguration.
- Complianz: Für internationale Websites, mehrere Rechtsräume und automatisch erzeugte Dokumente.
- Pixelmate v5: Für preisbewusste Nutzer, die eine deutsche Lösung mit optionaler Lifetime-Lizenz suchen.
- Cookiebot: Für gemischte Website-Landschaften, die nicht nur aus WordPress bestehen.
Mein Fazit
Real Cookie Banner gewinnt den Vergleich, weil es mir bei der Einrichtung am wenigsten Rätsel aufgegeben hat und die Blockierung im Frontend funktionierte. Borlabs Cookie ist technisch ebenfalls stark und bietet die größere Konfigurationstiefe.
Complianz hat sich verbessert, verlangt für den erweiterten Scan aber inzwischen einen zusätzlichen Account-Schritt. Pixelmate v5 ist der spannendste Aufsteiger. Eine endgültige Neubewertung folgt nach der manuellen Lizenzmigration und dem vollständigen Backend-Test. Cookiebot bleibt eine gute Plattformlösung, fühlt sich innerhalb von WordPress jedoch weniger integriert an.






